Magazine2023-07-20T12:27:20+02:00

Der TSV Schönaich steigt aus der 2. Schachbundesliga ab

Vor genau 10 Jahren feierte man in Schönaich den Durchmarsch in die zweithöchste Klasse und konnte sich dort mit Platz 3 in der Premieren-Saison auf Anhieb etablieren. Für ein Jahr gab es sogar einen Ausreißer nach oben in die 1. Liga, doch nun endet die Zeit in den Profiligen, zumindest fürs erste.

Auf dem ersten Abstiegsplatz 10 liegend war die Ausgangslage vor der letzten Doppelrunde nicht die beste, doch 3 andere Teams lagen nur sehr knapp in Front und waren damit auch noch in der Gefahrenzone. Am Samstag kam es zum direkten Duell mit den auf Platz 9 liegenden Garchingern. Diese waren zwar leicht favorisiert, doch davon war zunächst nicht viel zu sehen. Sebastian Iermito, Carles Diaz Camallonga und Harald Keilhack erzielten sichere Remis und obwohl Captain Moritz Reck seine Stellung nicht halten konnte und man dadurch in Rückstand geriet, sah es zu diesem Zeitpunkt nicht schlecht aus. Oleg Korneev drückte mit einem Mehrbauern auf den Sieg, Chris Beyer hatte sogar 2 Bauern mehr, allerdings war die Stellung hier noch unklar. Und auch Marius Deuer und Florian Schnadt hatten angenehme Positionen, so dass ein 4-4 oder sogar ein Sieg in Reichweite erschienen. Doch leider kippten fast alle Bretter zu Ungunsten des TSV. Korneev musste ins Remis einwilligen und Beyer und Schnadt verloren sogar beide noch. Damit war der schön herausgespielte Sieg von Deuer am Ende nur Ergebniskosmetik zum 3-5.

Außer Garching verabschiedete sich auch Viernheim II mit einem Sieg aus dem Abstiegskampf, womit sich die Ausgangslage sehr vereinfacht hatte. Voraussetzung war nun ein Sieg gegen den Münchener SC und gleichzeitig musste Aue sein Spiel gegen Eppingen verlieren, was realistisch schien. Aber die eigene Hürde hatte es in sich, die Münchner waren erst in der letzten Saison Meister der 2. Liga geworden und hatten auf den Aufstieg verzichtet, auf dem Papier gab es hier eher nichts zu holen. An jedem Brett wurde hart gekämpft, keiner beging einen entscheidenden Fehler, so dass Deuer, Iermito, Diaz Camallonga alle sichere Remis beisteuerten. Auch Beyer konnte seine Stellung mit einem Bauer weniger remis halten. An drei der vier verbliebenen Bretter drückten die Schönaicher auf den Sieg, Korneev hatte in seinem Endspiel eine starke Initiative und Reck hatte selbst einen Bauern mehr. Am besten war die Stellung des eingewechselten Jan Brunner, er hatte 2 weit vorgerückte Freibauern, die die Partie eigentlich zu seinen Gunsten entscheiden sollten. Bei Keilhack stand ein ausgeglichenes Turmendspiel mit 4 Bauern auf dem gleichen Flügel auf dem Brett. Doch leider wiederholte sich die Geschichte vom Vortag, Korneev und Reck kamen nicht entscheidend durch und mussten sich mit einem Remis begnügen, Keilhack verdarb seine Stellung und am Ende stand sogar eine völlig unverdiente Niederlage, weil sich Brunner für das falsche Opfer entschied und mit seinem Remis das 3,5-4,5 besiegeln musste. Vielleicht war der Druck zu groß, im Großen und Ganzen waren die Leistungen über die Saison nicht schlecht, doch ab und zu fehlte am Ende das letzte Quäntchen Glück bzw. Konzentration. Auch die Ergebnisse der Konkurrenten fielen öfter unglücklich aus, dass auch von Eppingen keine Schützenhilfe gegen Aue kam, war nach der verpassten eigenen Chance aber sogar eine gewisse Erleichterung.

Damit begleitet der TSV seinen Reisepartner SC Böblingen auf dem Weg hinunter in die Oberliga, in der es in der nächsten Saison hoffentlich wieder deutlich mehr Siege für die beiden Topteams aus dem Schönbuch geben wird.

Die letzte Chance auf einen Ligaverbleib der Schönaicher wäre ein Rückzug eines Teams der 1. oder 2. Bundesliga aus dem Süden, die Frist dafür ist der 1. Mai. Dies kommt immer wieder mal vor, erst im letzten Jahr meldete Ötigheim seine Mannschaft aus der 1. Bundesliga komplett vom Spielbetrieb ab. Die Hoffnung stirbt also wie immer zuletzt. Oder eben am 1. Mai…

Der Moment als sich in der Zeitnot die finale Niederlage manifestierte. Jan hatte es zuvor schon Möglichkeiten verpasst den Vorteil auszubauen und Material zu gewinnen und entschied sich hier leider für das falsche Opfer. Richtig ist die Figur auf f5 zu geben und sich schließlich die Dame für einen Turm zu holen. Stattdessen läuft das Qualitätsopfer auf f4 sogar in Probleme, weil der Td7 mit Schach über die g Linie abziehen kann und damit ein entscheidendes Tempo fehlt. Mit dem wichtigen Kg1 im 40. Zug rettete Jan zumindest noch das Remis und vermied eine weitere unverdiente Brettniederlage.

By |März 24th, 2025|Categories: 1. Mannschaft|0 Comments

Aufstiegsträume Adieu

Am sechsten Spieltag wurde zu Hause gegen einen direkten Konkurrenten um die ersten Plätze, den SC Magstadt 1, gespielt. Mit Marcus Kübler mussten wir dabei auf unseren besten Spieler an Brett 1 verzichten, aber zum Glück ist ein anderer starker und altbekannter Spieler namens Markus (mit k) wieder ans Brett zurückgekehrt und hat sein Debüt in dieser Saison für uns gegeben. Somit waren wir nicht nur vollzählig, sondern an fast allen Brettern DWZ-technisch überlegen, da auch Magstadt nicht in Bestbesetzung vor Ort in Schönaich erschienen ist. An dieser Stelle auch ein Dank an Manfred, der sich als Ersatzspieler von Anfang an weniger Einsätze vorgestellt hatte und trotzdem wieder bereit war zu spielen.

Er konnte dann auch als erster einen halben Punkt beisteuern, nachdem er erneut in einer wilden Partie gegen Julian Hackenberg ein Remis erspielte.

Leider musste unser Jungtalent Enya sich mit den schwarzen Steigen gegen Simon Zipperer geschlagen geben. Es kam mit Zugumstellung das Noa-Gambit aufs Brett welches nach den Zügen 1. e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 Sf6 4.Lc4 Sxe4 entsteht. Nun tappte der Gegner in die vermutlich oft gespielte Eröffnungsfalle und schlug mit 5. Lxf7+ zu und war sich wohl sicher er würde nun besser stehen, da der schwarze König nicht mehr rochieren kann und es nach Angriffsmöglichkeiten für Weiß riecht. In dieser Variante steht Schwarz, obwohl das schwer zu erkennen ist, aber deutlich besser. Allerdings muss man dafür sofort die richtigen Züge finden. Nach dem obligatorischen 5….KxLf7 und 6. SxSe4 muss Schwarz, obwohl sein König optisch gefährlich offen steht sofort mit 6…..d5 angreifen, sonst vergibt er seinen deutlichen Vorteil und die sehr guten Chancen. Da dies schwer zu sehen ist, muss das praktisch auswendig verinnerlicht sein.  Eine abweichende Zugfolge mit zuerst 6….Le7 wie sie Enya wählte und wie sie intuitiv richtig erscheint, da man die weißen Springer an Schachgeboten hindert, vergibt leider sofort den schwarzen Vorteil und es ist dann aus praktischer Sicht sehr viel leichter danach mit Weiß weiter zu spielen.

Diesen Rückstand konnte der Mannschaftskapitän an Brette 5 gegen das große Magstadter Talent Kingston Le bald ausgleichen, obwohl er in der Eröffnung mit den schwarzen Steinen in der skandinavischen Verteidigung eine Ungenauigkeit beging. Somit schien um die Mittagszeit noch alles offen zu sein.

Als nächstes konnte unser Saisondebütant Markus an Brett 4 mit den weißen Steinen gegen den erfahrenen Jürgen Lunardi in einer französischen Abtauschvariante ein Remis erreichen. Nach so langer Schach-Pause eine starke Leistung! Wir hoffen, dass ihm das wieder Lust auf mehr gemacht hat und würden uns über weitere Einsätze freuen.

Michael konnte mit den weißen Steinen gegen den stark spielenden Andreas Finkbeiner, der die sizilianische Verteidigung wählte, trotz deutlicher DZW-Überlegenheit leider nur ein Remis erreichen.

Somit hatte Eduard an Brett eins als letzter Spielender die Last auf seinen Schultern den Spieltag zu entscheiden. Es musste dabei gegen den nominell stärksten Spieler des Spieltages auch noch mit den schwarzen Steinen antreten. Zudem war er mit einer seltsamen Zugfolge in der Eröffnung konfrontiert. Obwohl die Partie lange Zeit ausgeglichen war, musste er sich am Ende dem starken Magstadter Spieler Alexander Giemsa geschlagen geben.

Endstand 3,5 zu 2,5.

Damit zieht Magstadt an Schönaich vorbei und wir stehen immerhin (noch) auf Tabellenplatz 3.  Da wir diese Saison auch noch einmal spielfrei haben muss man nun jedweden Aufstiegsträumen „Adieu“ sagen….

By |März 13th, 2025|Categories: 4. Mannschaft|0 Comments

Beim TSV werden weiter Titel gesammelt

Zu einem echten Dauerbrenner entwickelt sich im Bezirk Stuttgart das Pokalfinale Öffingen gegen Schönaich. In den letzten 4 Auflagen gab es gleich 3-mal dieses Duell und genau wie bisher konnten die Mannen des TSV am Freitag erneut die Oberhand behalten und den Pokal nach Schönaich holen. Daniel Bisanz sorgte an Brett 4 für die 1-0 Führung, doch dann setzte es 2 Rückschläge, Kapitän Nils Stukenbrok und Jan Rechner mussten ihren Gegnern die Punkte überlassen. Dafür konnte am Spitzenbrett Kai Giebler mit umsichtiger Verteidigung den gefährlichen Freibauern seines Gegners entschärfen und anschließend seine 3 Mehrbauern sicher zum Sieg führen. Da bei einem Unentschieden das Spitzenbrett entscheidet, konnte man so mit dem knappsten möglichen Ergebnis von 2-2 den Pokaltitel verteidigen.

Am Samstag setzte dann Marius Deuer mit dem württembergischen Titel im Blitzschach in Ulm gleich noch einen drauf. Schon zu Beginn konnte er sich mit 6 Siegen aus den ersten 7 Runden an die Spitze des 22-köpfigen Feldes setzen und diese auch bis zum Ende behaupten. In der 12. Runde stand die wohl entscheidende Partie gegen den späteren Zweiten Enis Zuferi aus Heilbronn an. Mit beiderseitig nur noch Sekunden auf der Uhr lehnte Zuferi ein Remisangebot ab, doch Deuer behielt anschließend besser den Überblick und somit auch den ganzen Punkt. Am Ende erzielten beide 17,5 Punkte aus den 21 Partien und unter anderem der Sieg im direkten Duell gab am Ende den Ausschlag zu Gunsten von Deuer.

Im Laufe des März gilt es nun für die verschiedenen Teams noch einige Mannschaftspunkte zum Klassenerhalt zu sammeln und Anfang April sollen dann die nächsten Titel verteidigt werden, wenn die besten Mannschaften aus Württemberg im Blitz und Schnellschach gesucht werden.

By |März 10th, 2025|Categories: Turniere|0 Comments

Eine Ode auf den „Chef“

Ohne den „Boss“ ginge gar nix … in wie vielen Firmen und Vereinen ist das wohl so!?
Zum Wochenende absolvierte Moritz Reck, 1. Vorsitzender, Mannschaftsführer, Spielleiter; ich glaub zugleich auch Jugend- und auch Kassenwart (Materialwart auch?), beim Dreifachspieltag mal wieder ein übermenschliches Pensum. Noch am Freitag vormittag ging es darum, den Aufbau zu organisieren. Das Catering. Usf. Motivations- und Psychotante bei den Nöten diverser Spieler, Chauffeur, Ärger mit kurz-, mittel- und langfristigen Absagen. Und „nebenbei“ noch selbst ans Bundesliga-Brett hocken! Wobei ihm, wie bereits berichtet, auch die zwei entscheidenden Siege bei den überlebensnotwendigen 4 1/2 : 3 1/2-Siegen gegen Böblingen und die Bayern gelangen. „Nebenpflichten“  wie umgehendes Berichte-schreiben usw. noch ganz außen vor.
Und das alles als natürlich berufstätiger junger Familienvater.
Musste mal gesagt werden, Moritz! Ich wüsste gern, wo Du die Energie hernimmst …

By |Februar 25th, 2025|Categories: 1. Mannschaft|0 Comments

Zwei Siege für Schönaich am Wochenende, doch der Abgrund ist trotzdem nah

In der zweiten Schach Bundesliga stand für den TSV das große 3 Runden Wochenende an. Am Freitag ging es gegen den Reisepartner vom SC Böblingen, Samstag gegen die Reserve von Bayern München und am Sonntag schließlich gegen Göggingen.

Gegen Böblingen war besonders auf die Spitzenbretter Verlass, Marius Deuer und Sebastian Iermito konnten beide souveräne Siege einfahren. Etwas länger musste Tobias Kölle arbeiten, doch auch er schaffte es schließlich das Damenendspiel auf seine Seite zu ziehen. Jan Brunner und Florian Schnadt konnten leider ihre Schwarzpartien nicht halten und Christoph Menezes steuerte ein Remis zum 3,5-2,5 Zwischenstand bei. Christian Beyer hatte zwischenzeitlich 2 Bauern weniger und es war die Frage, ob seine Aktivität ausreicht, um die Stellung im Ausgleich zu halten. Auf Grund dieses Risikos war es umso wertvoller, dass Kapitän Moritz Reck im Endspiel den Raumvorteil durch seinen Freibauern zum Sieg verwerten konnte. Schließlich verlor Beyer tatsächlich noch, doch das änderte nichts mehr am knappen aber verdienten 4,5-3,5 Sieg im Lokalderby.

Gegen Bayern München 2 gab es bereits früh den ersten Nackenschlag, Beyer verlor in der Eröffnung die Qualität und einen Bauern. Obwohl er die Partie mit kreativen Ideen noch sehr lange am Laufen hielt, stand die Niederlage eigentlich frühzeitig fest. Kölle und der für Brunner eingewechselte Oleg Korneev trennten sich friedlich von ihren Gegnern, Jungtalent Deuer legte seinen zweiten blitzsauberen Sieg nach, bevor er sich direkt auf den Weg zum Turnier nach Cannes machte. Doch alsbald lag Schönaich schon wieder im Hintertreffen, da Iermito mit Turm und Läufer gegen die Dame keine Verteidigungs-Festung errichten konnte. Beim Stand von 2-3 waren die Hoffnungen gering, lediglich Schnadt hatte etwas Aktivität in einem ausgeglichenen Turmendspiel, Menezes und Reck standen dagegen eher in der Defensive. Doch in der ersten Zeitnotphase konnte Kapitän Reck seine Stellung drehen und die Dame für Turm und Springer erobern und in der zweiten Zeitnotphase legte Menezes mit einem Matt mitten auf dem Brett nach. Als Reck dann auch seine Vorteile zum Sieg und der erstmaligen Führung verwertet hatte, konnte Schnadt sein Endspiel Remis geben, womit der nächste, diesmal allerdings ziemlich glückliche, 4,5-3,5 Sieg eingefahren war.

Ohne Topspieler Deuer war klar, dass es gegen Göggingen schwer werden würde, außerdem fehlte noch Beyer und dafür waren wieder Brunner und Harald Keilhack neu dabei.  Die beiden machten ihre Sache sehr gut und erkämpften mit schwarz je ein Remis gegen starke Gegner. So richtig in Fahrt kam das Team aber nicht, die beiden größten Sieghoffnungen hatte man vorher bei Korneev und Iermito gehabt, doch beide kamen nie in Vorteil und mussten ebenfalls die Punkte teilen. Anschließend sollte nichts zählbares mehr für den TSV aufs Scoreboard kommen, Kölle, Menezes, Reck und Schnadt mussten allesamt Niederlagen quittieren. Besonders bitter war dies bei Kölle, er hatte eigentlich gute Chancen auf ein Remis, mit dem er sich für seine starke Saison mit einer erfüllten Norm für den Großmeistertitel hätte belohnen können, doch am Ende setzte sich die Routine des israelischen Nationalspielers Evgeny Postny durch.

Mit 7 Punkten steht man vor der letzten Doppelrunde im März weiter auf Abstiegsplatz 10. Das Mittelfeld ist zwar eng beieinander und auf Platz 4 fehlen nur 3 Punkte, doch im schlechtesten Fall bräuchte man diese 10 Punkte in der unglaublich engen Liga am Ende tatsächlich auch für Platz 9 und den Klassenerhalt. Bei einem oder zwei Punkten ginge der Blick zur Konkurrenz. Es verspricht also ein spannender Saisonabschluss in Böblingen zu werden, mit den Matches gegen den Münchener SC und deren Reisepartner Garching, die aktuell auf Platz 9 liegen.

Kapitän Moritz Reck konnte an diesem Wochenende gleich 2 Mal den entscheidenden Punkt zum 4,5-Sieg beisteuern und damit seine bisher durchwachsene Saisonbilanz ordentlich aufpolieren.

By |Februar 24th, 2025|Categories: 1. Mannschaft|0 Comments

Die vierte Mannschaft gibt am fünften Spieltag ein Statement ab

Nachtrag zum letzten (vierten) Spieltag des Jahres 2024: Trotz des Fehlens unseres Jugendtalents Enya war Schönaich an allen Brettern nominell stärker besetzt und konnte das letzte Heimspiel im Jahr 2024 erfolgreich beenden.

An Brett 1 konnte Marcus Kübler souverän gegen Volker Rühl gewinnen, genauso wie der Mannschaftskapitän Timo an Brett 4. Nach diesem 2 zu 0 Stand, entschied sich Manfred in einer schwierigen Stellung zu einem mannschaftsdienlichen Remis in der sicheren Hoffnung, dass dies wohl für den Gesamtsieg reichen sollte. Knapp wurde es dann aber am Ende dadurch, dass sowohl Michael als auch Eduard beide ihre guten Stellungen verloren. Somit wurde der Sieg nur möglich, da wir mit Ivan  Bollinger einen weiteren talentierten Jugendspieler einsetzen konnten, der seinen Gegner von Anfang an überspielte und somit am Ende den entscheidenden Sieg zum 3,5-2,5 einfahren konnte.

Der fünfte Spieltag am 09.02. war gleichzeitig der erste im neuen Jahr 2025. Gespielt wurde im entfernten Heimsheim unter sehr unangenehmen Bedingungen. Etwa von halb zehn bis halb zwölf wurden direkt über uns mutmaßlich über 100 Schnitzel geklopft, was neben einer kaputten und lärmenden Lüftungsanlage und schlechter Luft zu dauerhaften massiven Störgeräuschen führte.

Obwohl sich die Aufstellung der Mannschaft als schwierig erwies, (es war bis zuletzt unklar ob man überhaupt vollzählig antreten würde können) konnte man am Ende in faktischer Bestbesetzung und vollständig vor Ort sein und war damit wieder an allen Brettern nominell stärker aufgestellt als der Gegner der TSV Heimsheim 1.

Manfred konnte mit den Schwarzen Steinen als erstes seinen Gegner in einer wirklich wilden Partie, die ein hin und her mit beidseitigen Siegchancen geboten hatte, besiegen.

So um die Mittagszeit (die Schnitzel waren schon fast alle geklopft und der Geruch von frittiertem Schweinschnitzel machte sich breit) konnte sich auch unsere Topscorerin Enya souverän gegen ihren Gegner Markus Härlin mit der Sizilianischen Verteidigung durchsetzen.

Als nächstes gewann Michael mit den weißen Steinen gegen Hermann Hein. Michael startete im Zweispringerspiel einen früheren Angriff gegen f7 und konnte so einen Bauern gewinnen. In dieser Variante bekommt Schwarz für den Bauern laut Theorie aber ausreichend Kompensation und so musste Michael sich erst mal verteidigen, was ihm sehr gut gelang und nachdem die Stellung ausgeglichen war, konnte Michael sie weiter zu seinem Vorteil gestalten und am Ende verdient gewinnen. Dem Sieg stand nun kaum noch etwas im Wege, da Timo zu diesem Zeitpunkt auch schon eine Gewinnstellung im geschlossenen Sizilianer auf dem Brett hatte, die er dann nach langem Weiterspielen seines Gegners auch in einen Sieg ummünzen konnte.

Marcus hatte eine Stone-Wall-Verteidigung gegen sich auf dem Brett. Sein Gegner, die Nummer 1 von Heimsheim Philipp Spiegelberg, setzte Marcus von Anfang an mit einem Königsagriff unter Druck. Alle Drohungen konnte Marcus kontern, aber stand am Ende unter Zeitnot immer noch unter Feuer. Hier konnte er seine Erfahrung und Nervenstärke beweisen, indem er die komplexe Mittelspiel-Stellung mit offenem Königsflügel und Zeitnot sogar dahingehend meisterte, dass er seinem Gegner mit einer Kombination eine Figur abnehmen konnte, der daraufhin aufgab.

An diesem Tag wollte sich auch Eduard seinen herausgespielten Vorteil nicht nehmen lassen. Er wusste, dass seine zwei Mehrbauern eigentlich reichen sollten, aber das Endspiel erwies sich als sehr komplex und hier hätten sicher viele in ein Remis eingewilligt. Aber Eduard konnte an diesen erfolgreichen Tag eine Lösung finden und nachdem er seinem Gegner einen weiteren Bauern abnehmen konnte, gab dieser nach langem und zähem Ringen auf.

Ein 6 zu 0 Sieg ist ein seltenes Ereignis und es ist ein starkes Statement der vierten Mannschaft, die sich nach diesem Spieltag (zumindest vorrübergehend) auf Platz 2 der der Kreisklasse befindet.

Wenn man gegen die beiden noch kommenden direkten Konkurrenten (SC Magstadt 1 und SPVGG Böblingen 3) gewinnt, wird man Platz zwei aus eigener Kraft behaupten können und falls der Spitzenreiter Stetten noch patzen sollte, wäre vielleicht sogar noch mehr drin…

Deshalb ein Danke und ein Appell an alle Spieler der 4. Mannschaft sich wieder die Zeit für das kommende Heimspiel am 09.03.25 gegen den direkten Konkurrenten Magstadt zu nehmen. Hier sollte man wieder versuchen in Bestbesetzung zu spielen um alle Möglichkeiten offen zu halten….

By |Februar 10th, 2025|Categories: 4. Mannschaft|0 Comments

Verbandsliga: Im Kampf um den Klassenerhalt konnte die Zweite gegen Feuerbach knapp mit 4,5 zu 3,5 gewinnen

Am Sonntag, den 09. Februar 25, empfing die Zweite Mannschaft in einem Heimspiel die Gäste aus Feuerbach zu einem sogenannten Vier-Punkte-Spiel. Sechs Punkte standen zwar bisher auf dem Konto, aber dieses Jahr besteht aktuell eine ca. 2/3 die Wahrscheinlichkeit für vier Absteiger. Schwer zu prognostizieren, aber 8 Punkte sollten es dann wohl mindestens werden. Wie knapp letztendlich dann der Mannschaftssieg gegen den leicht besseren Gegner (DWZ-Schnitt: 1897 zu 1891) wurde, zeigt der folgende Bericht.

Daniels König stand ziemlich unter Feuerbeschuss seines Gegners, die Kiebitze konnten nicht einschätzen, ob der Schutz ausreicht, aber unser Youngster beendete plötzlich, unerwartet und siegreich mit einem Grundmatt seine kritische Stellung. Danach wurde Florians Niederlage mit einer konsequent von Anfang an herausgespielten Partie von Nils egalisiert. Bei York war trotz ausgeglichener Eröffnung und Mittelspiel im späteren Verlauf absehbar, dass es ein negatives Ergebnis geben wird. Vier Partien liefen bei Stand von 2:2 noch, bei drei Partien leichter Vorteil bis Remis, aber eine Partie hatte es in sich: Christoph hatte unterschiedliche Rochaden mit gegenseitigem Bauernsturm auf dem Brett. Beim 29. Zug besaßen beide Spieler noch ungefähr 10 Minuten auf der Uhr, also etwas Zeitnot erhöhte die Spannung. Und das war die Stellung von Christoph mit Schwarz:

Die Frage ist, mit dem König versuchen über f7 abzuhauen und später den Angriff fortsetzen oder b2 spielen oder den einzigen Gewinnzug mit b3 x a2 spielen. Christoph entschied sich für die letzte Alternative, weil er nach Ka1 den Zug b3 sah. Er wusste instinktiv, dass ,a tempo gespielt (nach Dc3), Dame x Läufer gewinnt, aber bei Turm e1 als Antwort wussten die Zuschauer nicht, ob Christoph anschließend wieder den einzigen Gewinnzug in den verbleibenden 3 Minuten sieht. Wer sieht ihn auch? (29…bxa2 / 30.Ka1 b3 / 31. cxb3 Dc3 / 32. Db2 DxLe3 / 33. Te1 und nun?).

Dadurch, dass diese Partie siegreich beendet wurde, steuerten aus der Position der Stärke die drei verbleibenden Spieler, Jan Philipp, Otto und Kai ihre Remis an. Der Mannschaftskampf wurde ultraknapp mit 4,5 zu 3,5 gewonnen! Jetzt befinden sich 8 Punkte auf dem Mannschaftskonto. Ob diese schon für einen Klassenerhalt reichen?

By |Februar 10th, 2025|Categories: 2. Mannschaft, Uncategorized|0 Comments

Herbe Klatsche für den TSV Schönaich in Viernheim

Da einige wichtige Spieler nicht zur Verfügung standen, blickte man beim TSV ohnehin nicht sonderlich optimistisch auf die Spiele gegen Abstiegskonkurrent Viernheim 2 und Meisterschaftskandidat Hofheim. Doch dass es so bitter werden sollte, hatte man nicht wirklich erwartet.

Gegen Viernheim gab es um ein Haar die Höchststrafe, lediglich das Remis von Tobias Kölle am Spitzenbrett stand am Ende auf der Habenseite. Es gab zwar durchaus Hoffnungen auf mehr, Marius Deuer, Christian Beyer und Nils Stukenbrok hatten zwischenzeitlich sogar Vorteile auf dem Brett. Doch am Ende mussten sie genauso wie Oleg Korneev, Gerhard Junesch, Moritz Reck und Kai Giebler Niederlagen quittieren.

Für das Duell mit Hofheim hatte man sich ohnehin keine Chancen ausgerechnet und ließ daher ein Brett unbesetzt. Die 2-6 Niederlage lag dabei also ungefähr im erwartbaren Rahmen, neben den beiden Remis von Deuer und Korneev konnte vor allem Kölle am Spitzenbrett erneut überzeugen und seinen starken Kontrahenten, den ehemaligen Schönaicher Großmeister Ivan Ivanisevic, besiegen. Mit 1,5 Punkten aus zwei Partien verbuchte er damit an diesem Wochenende tatsächlich mehr Punkte als alle anderen Schönaicher zusammen, die nur einen von 13 möglichen holten.

Nun gilt der volle Fokus auf das 3 Spiele Wochenende Ende Februar zu Hause in Schönaich. Gegen Böblingen, Bayern München und Göggingen müssen dringend einige Punkte geholt werden, um den aktuellen Abstiegsplatz 10 wieder verlassen zu können. Eine stärkere Aufstellung wäre dafür wohl eine Grundvoraussetzung.

By |Februar 3rd, 2025|Categories: 1. Mannschaft|0 Comments

Beyer überzeugt weiterhin, doch der TSV scheitert denkbar knapp im Bundespokal

Wie beim Fussball starten im deutschen Schachpokal 64 Teams, doch hier sind die Teams der 1. und 2. Bundesliga nicht vorqualifiziert, daher gab es für den langjährigen Bundesligisten TSV Schönaich nach mehreren Halbfinalniederlagen im Landespokal dieses Jahr eine Premiere. Und da die Debütanten in der Regel die erste Doppelrunde ausrichten dürfen, begrüßte man in der Johann-Brücker-Realschule am Wochenende die Teams aus Augsburg, Heidelberg und Ludwigshafen. Die Auslosung vor Ort ergab zunächst ein Duell mit Heidelberg, in dem die Mannen des TSV nie einen Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen ließen. Tobias Kölle überrannte seinen Gegner direkt, Moritz Reck gewann im Königsangriff zunächst einen Springer und erlegte schließlich auch den Monarchen und Chris Beyer fügte seinem Gegner bereits in der Eröffnung eine Bauernschwäche zu, an welcher er letztlich auch zu Grunde gehen sollte. Lediglich Jan Brunner tat sich mit der Verwertung seines Mehrbauern schwer, so dass am Ende ein 3,5-0,5 Erfolg zu buche stand.

Da der andere Favorit Augsburg sich mit dem gleichen Ergebnis durchsetzte, kam es in der Runde der letzten 32 zu einem Duell auf Augenhöhe. Der Plan vor dem Match lautete vorne auf Sieg spielen und hinten Remis halten, daher wurde Reck an Brett 4 durch den defensiveren Harald Keilhack ersetzt. Dieser Plan ging jedoch ziemlich schief, Keilhack verlor bereits in der Eröffnung einen Bauern und musste alsbald einen weiteren geben, so dass sich hier bereits frühzeitig eine Niederlage abzeichnete. Da bei einem 2-2 der Sieg am höheren Brett entscheidet, musste man aus den verbliebenen 3 Partien nur 2 Punkte holen, um weiterzukommen. Nun legten die 3 übrigen Schönaicher ihre Partien riskanter an, Brunner startete einen Königsangriff und Beyer opferte eine Figur für zwei starke Freibauern. Zu diesem Opfer wurde er nach eigener Aussage durch einen parallel in der Landesliga spielenden Vereinskameraden inspiriert und tatsächlich war das Opfer komplett korrekt und führte alsbald zum Sieg und 1-1 Ausgleich. Jetzt würden 2 Unentschieden zum Weiterkommen reichen und beide Schönaicher hatten gute Stellungen. Bei Kölle gab es dieses Ergebnis auch bald, doch bei Brunner hatte der Gegner aus der Defensive ein interessantes Opfer gespielt und ebenfalls eine Figur für 2 Freibauern gegeben. Hier gab es zwar eine korrekte Widerlegung, doch leider fand Brunner nicht die richtige Antwort und da der Gegner die restliche Partie mit sehr feiner Technik zu Ende spielte, musste man sich am Ende mit einer sehr knappen 1,5-2,5 Niederlage geschlagen geben.

Noch ein paar Impressionen:

Chris korrektes Figurenopfer

Mit Dxg7 gibt er hier den Lh3 auf, der nach Schach auf e3 fällt. Doch nach Dxf7 sind die beiden Freibauern der Garant für den Sieg, weil der Le7 direkt hängt, keine Felder hat und aufwendig gedeckt werden muss. Erneut eine klasse Partie und Chris ist mit 4/4 in 9 Tagen für die Schönaicher Teams in absoluter Hochform!

Die entscheidende Partie von Jan

f4 liegt in der Luft und das weiße Läuferpaar sieht auch sehr vielversprechend aus. Auch wenn die Engine nach Sc7 noch Ausgleich gibt, ist die Stellung für schwarz sicher unangenehmer zu spielen. Der Gegner entschied sich daher für das riskante Opfer Sxd4. Nach exd4 Dxd4 gewinnt für weiß die Idee Dxd4 nebst Tae1. Mann gibt auf b2 noch den dritten Bauern und dominiert dafür mit den Figuren die Stellung. In ein paar Zügen wird man außerdem auf d5 oder a5 einen Bauern zurückgewinnen. Jans Idee den b2 mit Tf2 zu halten funktionierte dagegen nicht, der Vorstoß c3 kommt jetzt immer mit Tempo und dadurch werden c und d Bauer unaufhaltsam.

Das Finale

Der Gegner spielte den Rest aber auch wirklich sauber herunter, in der Schlussstellung gewinnt ausschließlich der Zug Te2 Schach, um den Turm auf f1 zu fesseln. c1 D oder d1 D führen nur zum Remis.

By |Januar 24th, 2025|Categories: Uncategorized|0 Comments

Schönaich meldet sich mit bärenstarkem Wochenende in der 2. Schachbundesliga zurück

Vor der zweiten Doppelrunde bei Reisepartner Böblingen standen die Mannen vom TSV nach zwei Niederlagen als Tabellenschlusslicht schon gehörig unter Druck und mit Baden-Baden II und Eppingen standen starke Teams mit bisher weißer Weste als Gegner auf dem Programm.

In den bisherigen fünf Duellen mit der Reserve des Rekordmeisters hatte es nur zu zwei Unentschieden gereicht, bei den drei Niederlagen setzte es unter anderem ein 0,5-7,5 als Tiefpunkt und die Favoritenrolle war auch diesmal wieder klar verteilt.

Doch an den Brettern stellte sich die Situation an diesem Samstag von Beginn an anders dar. Bereits nach wenigen Minuten war Marius Deuer fertig, der französische Nationalspieler Maxime Lagarde, ein Großmeister mit über 2600 Elopunkten, willigte mit schwarz in eine Zugwiederholung in der Eröffnung ein. Das zeigt, wie groß der Respekt vor den jüngsten Leistungen des Schönaicher Jungstars ist. Bald darauf endete auch die Partie von Sebastian Iermito mit dem gleichen Ergebnis. Anschließend schlug die große Stunde von Christian Beyer. Er hatte mutig einen Bauern mitgenommen und konnte anschließend die Angriffe auf seinen König parieren. Nachdem er dann einen zweiten Bauern gewonnen hatte, ließ sich der Gegner den Rest nicht mehr zeigen und gab die Partie auf. Oleg Korneev hatte seine Partie auf Anweisung von Kapitän Moritz Reck trotz den schwarzen Steinen riskant angelegt und eine Qualität geopfert. Obwohl die Stellung ausreichend Kompensation für das Opfer hergab, entschied er sich, sie Remis zu geben, um in der guten Situation mit der 2-1 Führung kein unnötiges Risiko aufkommen zu lassen. Ob das die richtige Entscheidung sein sollte, war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht klar und tatsächlich konnten Kapitän Reck und Harald Keilhack ihre passiven Stellungen nicht halten, so dass die Führung mit 3,5-2,5 zum Favoriten wechselte. In der Zwischenzeit hatte sich allerdings Tobias Kölle am Spitzenbrett einen großen Vorteil erarbeitet, den er auch umsichtig zum Ausgleich verwertete. Damit lief nur noch die Partie von Carles Diaz Camallonga, ein Kämpfer, der oft noch als Letzter spielt und alles probiert, um einen Sieg aus der Stellung herauszuholen. Diesmal waren ihm aber eigentlich die Hände gebunden, sein Gegner Niklas Schmider hatte eine forcierte Zugwiederholung, mit der er ein Remis erzwingen konnte. Schmider überlegte sehr lange und als seine Uhr nur noch 4 Minuten anzeigte, entschied er sich gegen das Remis und wählte eine andere Fortsetzung. Eine sehr gewagte und auch etwas fragwürdige Entscheidung, denn die Stellung war kompliziert, so dass es mit knapper Zeit viele Fallstricke gab. Tatsächlich gelang es Camallonga bald mit einem Mehrbauern in Vorteil zu kommen und diesen am Ende zum viel umjubelten Sieg für Schönaich zu verwerten.

Mit diesen 2 unerwarteten Punkten und dem Ende der schwarzen Serie gegen Baden-Baden ging es am Sonntag mit viel Selbstbewusstsein im Gepäck gegen Eppingen, die inzwischen mit 6-0 Punkten an der Tabellenspitze standen. Kölle kam erneut sehr gut aus der Eröffnung, gab sich diesmal aber mit einem forcierten Remis durch Zugwiederholung zufrieden. Vermutlich wäre in der Stellung aber durchaus auch mehr möglich gewesen. Auch Camallonga war ausnahmsweise frühzeitig mit einem halben Punkt fertig. Dann geriet Schönaich in Rückstand, denn der eingewechselte Florian Schnadt geriet in seiner Partie ziemlich unter die Räder. Etwas schade war es am Ende trotzdem, denn der Gegner hakte die Partie im Kopf wohl etwas zu früh ab und erlaubte dadurch einen Konter, so dass die Partie tatsächlich kurz vor dem Ende nochmal komplett ausgeglichen war. Doch Schnadt fand leider nicht die richtige Verteidigung. Den Ausgleich besorgte Korneev, der seinen Gegner in einer fantastischen Partie mit ausgesprochener Präzision überspielte und auch mit 55 Jahren noch eindrucksvoll zeigt, warum er als Nr. 34 im Jahr 2006 zur erweiterten Weltspitze gehörte. Beim Stand von 2-2 war alles offen, an den Brettern von Beyer und Reck drückten die Schönaicher auf den Sieg, Deuer und Iermito versuchten ihre Stellungen zu halten. Nachdem dies Iermito gelungen war, schlug erneut die Stunde des Helden vom Wochenende, Beyer konnte im Turmendspiel seinen Freibauern verwerten und seinen zweiten Sieg verbuchen.

Chris Beyer, Held des Wochenendes mit 2/2 gegen einen GM und einen IM

Ein Punkt war also schon sicher und leider gab es in den beiden anderen Partien den jeweils schlechten möglichen Ausgang für den TSV. Deuer konnte den Freibauern des Gegners trotz Läuferpaar nicht aufhalten und der Mehrbauer von Reck ließ sich im Damenendspiel nicht zum Sieg verwerten. Am Ende kam Eppingen beim 4-4 also nochmal mit einem blauen Auge davon, aus Schönaicher Sicht ein Match mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Eine erneut starke Leistung und ein Punkt gegen den damit gestürzten Tabellenführer sind ein Grund stolz zu sein. Doch vom Spielverlauf wäre sogar eher ein Sieg das gerechte Ergebnis gewesen, wenn man an die Stellungen von Kölle, Reck und am Ende auch Schnadt denkt.

Der SC Böblingen zeigte sich nicht nur als guter Ausrichter, sondern am Brett auch als gefährlicher Gegner, letztlich setzte sich aber in beiden Matches die Qualität der Gegner durch, womit man weiter am Tabellenende steht. Schönaich klettert dagegen mit den 3 Punkten auf den ersten Nichtabstiegsplatz 9 und kann damit erstmal ein wenig durchschnaufen, bevor im Februar ganze fünf Runden anstehen und vermutlich bereits erste Entscheidungen bringen werden.

Entscheidende Momente vom Sonntag:

Flori steht auf völlig verlorenem Posten, doch der Gegner spielt unbedarft drauf los. 35. c5?! Tb2 36.g4? und nach hxg4 37.hxg4 Tb4+ ist die Stellung aufgrund der ungleichfarbigen Läufer mit 0,00 ausgeglichen. Leider reichte es am Ende trotzdem nicht für einen halben Punkt, weil Flori nach Tf7+ und Kc8 nach c6 im Mattnetz gefangen war. Ka6 wäre der richtige Fluchtplan gewesen mit vermutlich baldigem Remis, da weiß mit dem c Bauern nicht wirklich voran kommt.

Oleg krönt seine tolle Partie mit dem Opfer 20.Sxg5! Es folgt Lxg5 21.Lxg5 hxg5 22.Df6 Th7 23.h6 und Oleg bekommt seine Figur mit Gewinnstellung (+3) zurück.

Moritz lehnte im 23. Zug ein Remisangebot seines knapp 300 Punkte stärkeren Gegners ab, die Stellung war zwar ausgeglichen, doch der Gegner bereits in beginnender Zeitnot und als Kapitän muss man ja auch mit gutem Beispiel vorangehen 🙂 Schließlich konnte Moritz im 36. Zug einen Bauern gewinnen, doch gewonnen war die Stellung nur genau für einen Zug in obigem Diagramm. Es kam gerade 40. … Sf5 und die 40 Züge waren geschafft. Moritz Se5 ist dann leider nur die zweitbeste Fortsetzung und schwarz hielt die Stellung anschließend mit der starken Antwort Sd6. Das Damenopfer Dh7+! hätte aber ziemlich sicher die Partie gewonnen (+4).

By |Januar 13th, 2025|Categories: 1. Mannschaft|0 Comments

Marius Deuer wird mit gerade einmal 16 Jahren bereits in den B-Kader des Deutschen Schachbunds aufgenommen

Im B-Kader befinden sich die Nationalspieler des deutschen Teams, mit Ausnahme der beiden Weltklassespieler Vincent Keymer und Frederick Svane, die A-Förderung bekommen. Die Tatsache, dass der ehemalige Europameister Matthias Blübaum, aktuell 2650 Elo schwer, sich ebenfalls im B-Kader befindet, zeigt, welch besonderem Kreis Marius Deuer hier beitreten darf.

Als Begründung für die Nominierung heißt es auf der Seite des Schachbund: „dass es eine mathematisch errechnete Leistungskurve gibt, ab welchem Alter Spielerinnen und Spieler es in den Nationalmannschafts-Kader geschafft haben. Experten haben diese Werte aus den Elo-Entwicklungen der letzten 23 Jahre erschlossen. Mit [seiner] Elo-Zahl lieg[t Marius] deutlich über dieser Kurve.“ Marius weitere schachliche Zukunft könnte also noch einige großartige Momente bereithalten, die nähere sieht erstmal das Erlangen des Großmeistertitels vor. Wir sind felsenfest überzeugt, dass Marius an dieses bereits im nächsten Jahr den nächsten Haken setzen kann. Der ganze TSV Schönaich ist stolz auf Marius fantastische Entwicklung und seine Leistungen.

By |Dezember 23rd, 2024|Categories: 1. Mannschaft|0 Comments

Verbandsliga: Der nächste Pflichtsieg nimmt die Sorgen um den Klassenerhalt

Nach dem Sieg bei Schwäbisch Gmünd II musste noch ein Sieg gegen die gleichfalls schwächer eingeschätzten Backnanger her. Dann könnte man relativ beruhigt in die zweite Saisonhälfte gehen, wo vermutlich der ein oder andere Spitzenspieler nicht mehr zur Verfügung stehen wird.
Gut ließ sich das Spiel an Brett 8 an, wo Debütantin Enya Marie Wang, ganz Nikolaus-gemäß mit Zipfelmütze spielend, rasch und eindeutig in Vorteil kam. Ihr Gegner schien mit der modernen Behandlung des Zweispringerspiels überfordert. Allmählich brachte auch Keilhack an Brett 2 die Partie immer mehr unter Kontrolle und drängte seinen Gegner immer weiter zurück.
Ernüchternd war freilich das Geschehen an den übrigen sechs Brettern. Die Einschätzung reichte von „keinen Vorteil“ (Bretter 4-6) über „bedenklich“ (3, 7) bis „glatt verloren“ (Christian Beyer in einem Sizilianer an Brett 1).
Es gewann dann wie erwartet Enya Marie, und plötzlich dreht sich auch bei Glienke das Geschehen: 2:0. Die anderen Backnanger verspielten ihren Vorteil; es hagelte Remisangebote trotz des Rückstandes.
Der einzige „Dumme“ auf Schönaicher Seite war letztlich Keilhack, der nach einer eigentlich gut geführten Partie seinen Endspielsieg gegen allerdings geschickte Gegenwehr vorbildlich verstolperte:
45.Lh7?!
Aus Computersicht kein Fehler. Einfach gewann aber 45.Lc4!, ohne sich an den Bauern f2 zu klammern, z.B. 45…Kf3 46.Kc5 K:f2 47.Kd6. Der Läufer kontrolliert den Vormarsch des schwarzen e-Bauern, und der weiße a-Freibauer gewinnt.
45…Sd5+ 46.Kc5 Sc3 47.a3 Sd1

Und plötzlich ist der Weg zum Gewinn sehr schmal, bzw. führt nur über äußerst penible Berechnung. Wie schlecht der Läufer auf h7 steht, wird nach S:f2 und e4-e3 deutlich: der e-Bauer läuft.
Man kann gleich auf e4 opfern, oder erst nach 48.Kd4 S:f2, oder den Läufer umbauen. Die Läuferopfer sind ziemlich tricky zu berechnen: Es gibt Ressourcen wie …Sa8 samt anschließender Einsperrung des weißen Königs nach …Kc7, und selbst bei der Analyse haben wir uns dauernd verfingert. Und sowieso geht es immer nur um ein Tempo.
48.Kd4? Tatsächlich gewann einzig 48.L:e4!.
48…S:f2 49.Lg8 e3 50.Lc4 Se4 51.a4 Kf3! 52.a5 Sd2 53.a6 S:c4 54.K:c4 e2 1/2:1/2

 

By |Dezember 14th, 2024|Categories: 2. Mannschaft|0 Comments

Eine bunte Nachlese: Marius Deuers GM-Norm, Oleg Korneevs Interview, Tobias Kölles Match gegen Magnus Carlsen, und eine Glanzpartie beim Böblinger Nachbarkampf

Schon kurz erwähnt wurde die – endlich! – erste GM-Norm von Marius Deuer bei der Offenen Bayrischen Meisterschaft Anfang November am Tegernsee. Hierzu noch der Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG, vom Schreiber  dieser Zeilen: 0911_RATE-1-STGT_NWE (2) (draufklicken zum Lesen des PDF!).

Unser Routinier und Vielspieler Oleg Korneev wurde interviewt. Es gab einige bemerkenswerte Aussagen, z.B. zur Rating-Deflation: Mit einem Karriere-Hoch von 2698(!) wünscht sich Korneev derzeit nichts sehnlicher als die Rückkehr über 2500; „und viele Großmeister, die bereits um 2600 waren, hätten bereits Alpträume, dass sie unter 2400 fallen könnten.“
Hier das Interview: (draufklicken!)

Einen Tag nach dem Bundesligawochenende spielte Tobias Kölle eine Stunde lang gegen keinen Geringeren als – Magnus Carlsen! Das Endergebnis: 1  1/2 : 10 1/2.
Ok, es waren 3-Minuten-Partien, und der einzige Sieg auf Zeit war etwas glücklich; aber mindestens zwei Partien hätte Tobias niemals verlieren dürfen: einmal ein Turmendspiel mit Mehrbauer, einmal mit ungleichen Läufern. Zudem durchzuckte es mich in der folgenden Stellung:

„Moment, da war doch was“!
Als Schachspaltenredakteur ist man zugegebenerweise etwas auf Damenopfer „dressiert“: hier verpasste Tobias 1…Da3+!! 2.K:a3 Lc1+ 3.Ka4 Ta8+ nebst Matt. Magnus müsste sich nach a1 verkrümeln, aber nach 2.Ka1 Dc1+ 3.Sb1  Dc2 oder auch 3…f5! 4.e:f5? e4 nebst …Lf6+ gibt der Computer -4 oder so.

Hier das komplette Youtube-Video:

Tatsächlich eine Glanzpartie gelang dem Böblinger Valentin Kuklin beim Nachbarkampf am vergangenen Bundesliga-Wochenende an Brett 2 gegen IM Spieß (Aue):


Weiß hat die Qualität weniger, und alles hängt. Es folgte:
24.Td7!! Tg8 25.D:f6!! 1:0; mit etlichen kleinen weiteren Pointen, die der Leser selbst herausfinden darf.

By |Dezember 6th, 2024|Categories: 1. Mannschaft, Turniere|0 Comments

Schönaich setzt den Saisonstart in den Sand

Dass es in der 2. Schachbundesliga am Samstag gleich zum Auftakt mit dem letztjährigen Bundesligisten Zugzwang München ein dickes Brett geben würde, war abzusehen, dass es sich so sehr nach Amateuren gegen Profis anfühlen würde, hatte man aber nicht erwartet.

Es begann schon zum Auftakt des Matches mit den Unterschieden, während alle Münchner trotz Autobahnsperrung pünktlich an den Brettern saßen, war fast das halbe Heimteam noch abwesend.

Die Münchner Spieler in Blickrichtung Kamera müssen zu Spielbeginn auf die Heimmannschaft warten…

10 Sekunden vor Ablauf der 30-Minuten Karenz kam dann der letzte Schönaicher Chris Beyer gerade noch ans Brett, wenn auch natürlich mit der großen Hypothek der kürzeren Bedenkzeit. Am Brett zeigte sich Beyer dann ungleich besser als bei der Organisation, er besorgte das zweite Remis nachdem Jungstar Marius Deuer mit weiß ebenfalls nicht über eine Punkteteilung hinausgekommen war. Schon zu diesem Zeitpunkt beim Spielstand von 1-1 zeichnete sich die klare Niederlage bereits ab, tatsächlich hatte Schönaich an keinem der 8 Bretter zu irgendeinem Zeitpunkt reelle Chancen auf einen Sieg. Teamcaptain Moritz Reck war im Stress um sein unpünktliches Team die Eröffnung gründlich missraten und obwohl er die Partie noch in ein langwieriges Damenendspiel retten konnte, stand die Niederlage zu jeder Zeit außer Frage. Auch Kai Giebler hatte bei seinem Debüt in der 2. Bundesliga schon aus der Eröffnung an einer schwachen Bauernstruktur zu kämpfen und konnte diese Probleme schließlich nicht lösen. Gerhard Junesch hatte zwischenzeitlich zwar 2 Mehrbauern, doch sein Gegner hatte in dieser Zeit ein schönes Mattnetz gestrickt, aus dem es kein Entkommen gab und auch Carles Diaz Camallonga musste sein Damenendspiel verloren geben. Immerhin hielten Florian Schnadt und Spitzenbrett Tobias Kölle ihre Stellungen am Ende trotz Bauer weniger noch zusammen, so dass es zwei weitere halbe Punkte zum Endstand von 2-6 gab.

Lokalmatador Florian Schnadt rettet einen halben Punkt gegen München.

Am Sonntag ging es dann mit Aue eher gegen einen Konkurrenten um den Klassenerhalt, zumal die Auer auch ohne ihre ungarischen Spitzenspieler nach Schönaich gereist waren. Hier rechnete man sich daher schon gute Chancen aus und verstärkte die Formation dafür mit Jan Brunner und Harald Keilhack. Frühzeitig wurden die Partien von Beyer und Keilhack Remis gegeben, auch Deuer, Kölle und Junesch kamen nicht über ein Remis hinaus. Bei Deuer erwies sich ein Mehrbauer im Endspiel als nicht verwertbar und bei Junesch reichten die Feldvorteile letztlich nicht zum großen Durchbruch aus. In dieser Situation schien der sauber herausgespielte Sieg von Diaz Camallonga Gold wert zu sein. Er sorgte mit dem ersten Sieg des Wochenendes für die 3,5-2,5 Führung. Es war zu dem Zeitpunkt zwar schon klar, dass kein zweiter Brettsieg dazukommen sollte, doch ein Remis bei Brunner oder Reck bedeutete ja schon das Mannschaftsunentschieden, bei 2 Remisen war auch ein Sieg noch drin. Zwar hatten beide komplizierte Endspielstellungen zu verteidigen, doch die Chancen waren durchaus vorhanden. Leider gelang es beiden trotz hartem Kampf am Ende nicht noch etwas Zählbares aufs Scoreboard zu bringen. Für Brunner bedeutete das Match sogar die erste Niederlage in der 2. Liga in seiner bereits sechsten Saison für Schönaich, natürlich ein mehr als unglücklicher Zeitpunkt. Da es in den nächsten 4 Runden gegen einige Topteams der Liga gehen wird, braucht es dann in der zweiten Saisonhälfte vermutlich ein Monstercomeback, um den angestrebten Klassenverbleib doch noch sicherzustellen. Für den Moment steht man erstmal am Tabellenende und mit dem Rücken zur Wand.

By |Dezember 1st, 2024|Categories: 1. Mannschaft|0 Comments

Verbandsliga: Pflichtsieg in Schwäbisch Gmünd

Letzten Sonntag ging es in der Verbandsliga zur vermeintlich schwächsten Mannschaft der Liga, Schwäbisch Gmünd 2. Da außerdem die Spitzenspieler nur für eine begrenzte Zeit verfügbar sein dürften, war klar, dass dieses Spiel ein Pflichtsieg ist – in der Verbandsliga braucht man erfahrungsgemäß 8 bis 9 Punkte für den Klassenerhalt.
Nach Absagen und kurzfristigem Hinundher wurde Brett 1 freigelassen, um 7 starke Bretter zu haben. Die Situation wurde weiter dadurch erleichtert, dass bei Gmünd die an 1 und 3 gesetzten Spieler(innen) fehlten, sie Brett 5 frei ließen und bereits nach 15 Minuten nach einem schweren Rechenfehler des Gmünders der Sieg an Brett 8 praktisch bereits fest stand. Tatsächlich wurde Oliver Rechtsteiner dann erst als Letzter(!) fertig, mit einer gesunden Mehrfigur stand der Sieg freilich nie in Frage.
An den verbleibenden 5 Brettern setzten die Gmünder trotz nominell mitunter erheblicher Unterlegenheit harte Gegenwehr entgegen. Noch nach gut der Hälfte der Spielzeit waren nirgendwo echte Vorteile zu erkennen. Kai Giebler hatte zwar einen Bauern mehr, doch in einem typischen Königsgambit-Endspiel kontrollierte Weiß das Feld f4 (bei schwarzem Bauern auf g4), so dass dieser praktisch nicht ins Gewicht fiel. Bei Christian Beyer und Harald Keilhack war nach deren starker Vorstellung gegen Böblingen schon schnell klar, dass es diesmal alles andere als einfach werden würde. Immerhin bekam Philipp Wagner nach einem Scheinopfer in einem Spanier das Läuferpaar, doch einstweilen war auch hier nicht klar, wie sich das auswirken könnte.
Schließlich bekam Keilhack von seinem extrem präzise spielenden Gegner, den er schon einmal ziemlich leicht besiegt hatte, im psychologisch ungünstigsten Moment ein Remisangebot: Zwar war das Gleichgewicht nicht wirklich gestört, doch bei einer Ablehnung müsste er zumindest das nächste halbe Dutzend Züge lang sorgfältig auf Halten spielen müssen.
Beyer erlangte geschickt Initiative. Zwar war das objektiv alles andere als klar, und der Computer sah über weite Strecken eher seinen Gegner vorne; doch unter solchen Umständen konnte man vom Gegner zumindest kleinere Halbherzigkeiten erwarten.
Die Lage begann sich freilich zu klären, als sich Gieblers Gegner verrechnete und einen Zwischenzug übersah. Kurz darauf musste er aufgeben. Auch Brett 7 entwickelte sich dann doch zunehmend zu einem Läuferpaar-Endspiel.
Schrecksekunde dann, als Ersatzkapitän Nils Stukenbrok sich plötzlich einzügig mattsetzen ließ. Zuvor hatte sein Gegner in unklarer Stellung inkorrekt eine Figur geopfert, ohne zuvor mögliche Angriffsreserven bereitgestellt zu haben.
Auch Philipp Wagner vollstreckte dann mit Läufer + entferntem Freibauern gegen Springer, während sich bei Beyers komplexer Partie letztlich halt einfach die Spielstärke durchsetzte. Der Sieg mit 5 1/2: 2 1/2 war völlig verrdient, aber so klar oder eindeutig war die Sache nun auch wiederum nicht.

By |November 23rd, 2024|Categories: 2. Mannschaft|0 Comments

Quo vadis TSV 4? Dritter Spieltag am 17.11.2024 des TSV 4 gegen Leonberg 2

Am dritten Spieltag wurde klar, dass der an sich sehr starke Kader des TSV 4 offenbar doch zu dünn besetzt ist – zumindest um realistische Aufstieg Ambitionen zu bewahren. Nach Absagen von 4 Stammspielern musste auf 2 Jugendspieler zurückgegriffen werden und auch noch Zheng zum dritten und damit letzten Mal eingesetzt werden um überhaupt vollzählig antreten zu können. Zheng wird uns sicher noch in vielen Spielen fehlen.

Zum Glück war auch Leonberg nicht in Bestbesetzung vor Ort, was wieder ein wenig Hoffnung gab.

Innerhalb der ersten zwei Stunden haben unsere beiden Nachwuchsspieler Edgar an Brett 6 und Ivan an Brett 5 jedoch Ihre Partien gegen ebenfalls noch junge Nachwuchsspieler verloren, so das Schönaich bereits sehr früh mit 2 null hinten lag. Das sah alles andere als gut aus…..

Zu diesem Zeitpunkt konnte der Kapitän Timo an Brett 3, das Remis, dass sein Gegner in schlechterer Stellung durch Zugwiederholung anstrebte folglich auch nicht annehmen und musste einen gefährlicheren Weg wählen um weiter spielen zu können. Das sah aber auch vielversprechend aus.

Enya eröffnete an Brett 2 das Spiel mit der königsindischen Verteidigung, setzte die Eröffnung mit großer Präzision um und stellte den erfahrenen Gegner vor einige knifflige Entscheidungen. Im Verlauf des Spiels zeigte sich, dass Enya die Theorie der Königsindischen Eröffnung tief verinnerlicht hatte. Ihre Züge waren präzise und zielgerichtet und sie konnte den Gegner zunehmend unter Druck setzen. Nach dem 21. Zug, als sich die Stellung zu ihren Gunsten wendete und der Gegner keinen klaren Ausweg mehr sah, entschloss er sich, die Partie aufzugeben.

Somit verkürzte Schönaich auf 2 zu 1.

Leider patze Timo danach gleich zwei Mal fast unmittelbar in Folge und so schwerwiegend, dass er seinem wesentlich jüngeren und auch DWZ-mäßig deutlich schwächeren Gegner die Hand reichen musste. Die beiden Fehlgriffe waren auf C-Klassen-Niveau und das Ergebnis konnte somit selbst bei bestem Spielverlauf der beiden noch laufenden Partien maximal noch ein unterschieden werden.

Am 4. Brett spielte Zheng mit Schwarz. Der junge Gegner eröffnete das Spiel mit dem Zug g3, was auf eine hypermoderne Eröffnung hindeutet. Zheng reagierte prompt und entschied sich wie Enya, mit der Königsindischen Verteidigung zu kontern. Er baute nach und nach seine Stellung geschickt auf. Er nutzte die Vorteile seiner Stellung und drohte entscheidende Materialgewinne zu erzielen, so dass sein junger Gegner schließlich erkennen musste, dass er entweder schachmatt gesetzt würde oder seine Dame plus einen Springer opfern, um im Spiel zu bleiben. Das wollte er sich nicht antun und gab auf, womit Schönaich auf 3 zu 2 verkürzte.

Nun lag es einzig und allein an der noch laufenden Partie von Michael an Brett 1 mit einem Sieg noch ein Unterschieden für die Mannschaft heraus zu holen. Zum Glück stand Michael mit einer Dame mehr gegen Turm + 2 Bauern in einem zumindest theoretisch gewonnen Endspiel da. Die Frage war nur, wie gewinnt man das? Aber Michael konnte seine Erfahrung nutzen und zeigen warum er noch mit über 1900 DWZ auf dem Papier steht und somit musste sein Gegner, der sich bis zuletzt zu Wehr gesetzt hatte (hätte nur noch gefehlt, dass Michael ihn Matt mit Dame und König setzen muss) ihm dann letzendes doch noch die Hand reichen und zum Sieg gratulieren musste.

Fazit: Schönaich 4 kann sich ein unentschieden sichern, dank Familie Wang und Michael.

By |November 21st, 2024|Categories: 4. Mannschaft|0 Comments

Schönaich mit schwacher Leistung beim Europapokal doch Spitzenspieler Marius Deuer kann anderweitig glänzen

Die Voraussetzungen für ein besseres Ergebnis beim Europacup als im letzten Jahr in Albanien waren bereits vor dem Turnierstart schlecht. Als die erneute Teilnahme feststand, waren die beiden Spitzenspieler Tobias Kölle und Marius Deuer schon anderweitig verplant, Kölle spielte das U25 Open in Berlin und Deuer war bei einem der besten Turniere in Deutschland am Tegernsee gemeldet. Ersetzt wurden sie von Altmeister Thomas Hickl und der neuen Nachwuchshoffnung Jan Rechner. Dazu waren im Team wie letztes Jahr Christian Beyer, Harald Keilhack, Nils Stukenbrok und Kapitän Moritz Reck. In dieser Konstellation lag man in der Setzliste nicht wie im letzten Jahr in der oberen Hälfte, sondern stattdessen im letzten Viertel. Somit waren 2 Niederlagen zum Auftakt gegen stärkere Gegner auch keine Überraschung. In Runde 3 ging es gegen die Spanier von Alcorcon und auch hier zeigte sich das Fehlen der Spitzenspieler. Im Jahr zuvor hatte man mit 4-2 die Oberhand behalten, doch dieses Mal gelang nur dank der Ausdauer von Hickl ein mühsames Unentschieden. Als in Runde 4 noch eine Niederlage gegen die Außenseiter aus Enis in Irland hinzukam, war das Team zunächst am Boden. Es folgte jedoch ein Sieg gegen die Gastgeber aus Vrnjacka Banja und in der sechsten Runde gab es das nächste Wiedersehen mit alten Bekannten. Gegen Differdange aus Luxemburg gab es im letzten Jahr eine sehr unnötige und daher schmerzhafte Niederlage in der sechsten Runde, die alle Träume auf eine Top20 Platzierung platzen ließ. Leider wiederholte sich die Geschichte, wenn auch dieses Jahr deutlich weiter unten im Tableau. Trotz gutem Spiel gingen die Schönaicher an ihren Chancen vorbei und mussten sich schließlich mit 4-2 geschlagen geben. Nach einem abschließenden Unentschieden gegen die Albaner aus Butrinti beendete man das Turnier auf einem enttäuschenden 76. Platz. Beyer hatte am ersten Brett einen schweren Stand und holte nur einen Punkt, Keilhack gewohnt solide mit 3,5, Hickl kam auf 3 und Stukenbrok erzielte mit einem starken Schlussspurt ebenfalls noch 3,5 Punkte. Rechner zeigte sich insbesondere in der Eröffnung auf Augenhöhe mit der starken Gegnerschaft, im Endspiel merkte man aber leider doch noch öfter die fehlende Erfahrung, so dass es nur zu 2 Punkten reichte. Und auch der Plan das Kapitän Reck das Team mit Siegen an Brett 6 tragen kann ging nicht wirklich auf, seine 4 Punkte entsprachen am Ende auch nicht den Erwartungen.

Schönaich in der zweiten Runde gegen Wasa aus Schweden

Deutlich erfreulicher war das Abschneiden von Marius Deuer am Tegernsee. Nach 3 Auftaktsiegen als Favorit konnte die 16-jährige Nachwuchshoffnung in der vierten Runde mit dem indischen Großmeister Venkataraman zum ersten Mal überhaupt einen Spieler mit 2600 Elopunkten besiegen. Und das auch noch in einer äußerst sehenswerten Partie, in der Deuer mit einem korrekten Opfer seinen Turm für einen Springer gab und damit seine Bauern schließlich erfolgreich zur Umwandlung brachte. Es folgten 3 souveräne Remis gegen die Großmeister Jumabayev, Vogel und Piorun und nach einem weiteren Sieg in Runde 8 gab es für Deuer in der Schlussrunde das Duell mit dem deutschen Nationalspieler Dimitrij Kollars. Um seine erste Norm für den Großmeistertitel musste Deuer mindestens ein Remis holen und auch diese Aufgabe meisterte er souverän. Am Ende konnte er sich neben diesem wichtigen Schritt zum Titel auch noch über den vierten Platz im hochkarätig besetzten Feld freuen.

Marius bei der Siegerehrung mit seiner ersten GM-Norm. Herzlichen Glückwunsch!

By |November 5th, 2024|Categories: Turniere|0 Comments

Ernüchternder zweiter Spieltag des TSV 4 gegen Stetten 1

Nach dem erfolgreichen Saisonstart folgte prompt ein herber und zumindest der Höhe nach auch unerwarteter Rückschlag für den TSV 4 beim ersten Heimspiel gegen Stetten.

Zheng musste an Brett 6 gegen eine sehr junge Nachwuchsspielerin gleich in der Eröffnung einen Figurenverlust in Kauf nehmen. Die erste Niederlage war damit früh besiegelt und konnte trotz Kampfgeist auch nicht mehr abgewendet werden.

Der Mannschaftsführer wurde mit einem ihm unbekannten Gambit (Staunton Gambit) ebenfalls von Zug 2 an gefordert und konnte sich nur noch daran erinnern, dass man den Bauern nach 1.) d4 / f5 und 2.) e4 am besten schlägt. Nach schlagen des Bauern und dem erwartbaren 3.) Sc3/Sf6 wusste Timo nach 4.) Lg5 dann leider nicht weiter und hat deshalb für den 4. Zug deutlich über 20 Minuten Zeit investiert. Danach stand der weitere Aufbau und eine Spielidee zwar fest, aber es wurde zu früh zu viel Zeit investiert, die dann im weiteren Spielverlauf fehlte. Zwar konnte Timo im Mittelspiel ausgleichen und durch später folgende schlechte Züge des Gegners sogar Vorteil erlangen, aber diesen Vorteil vor allem aufgrund von zu wenig Zeit nicht mehr verwerten. Am Ende musste Timo in einer schwierigen Stellung mit weniger als 1 Minute auf der Uhr noch viele Verteidigungszüge vor dem 40 Zug finden und übersah dabei sogar eine Mattkombination die nur mit dem Damenverlust hätte abgewendet werden können.

Schönaich lag demnach zur Mittagszeit bereits mit 2 Punkten hinten.

Enya konnte Ihre Vorbereitung an Brettt4 gegen Ihren Gegner Markus Liebelt zunächst nutzen, da Sie tatsächlich den erwarteten Traxler Gegenangriff aufs Brett bekam. Damit konnte Sie viel Zeit sparen und zudem auch mehrfach eine Gewinnstellung erreichen. Wer die Eröffnung kennt, weiß aber, dass Sie von taktischen komplexen Motiven voll ist, die selbst auf Weltklasseniveau nicht immer richtig behandelt werden. So wurden auch hier von beiden Spielern wechselseitig taktische Fehler gemacht und die Gewinnchancen schwankten hin und her und am Ende konnte der Gegner in ein besseres Endspiel abwickeln und sich in diesem durchsetzen.

Damit wäre beim besten weiteren Verlauf nur noch ein unentschieden möglich gewesen.

Kurz kam in dieser Hinsicht Hoffnung auf, nachdem Michael an Brett 3 einen ganzen Punt holen konnte. Dabei spielte er mit den schwarzen Figuren zum ersten Mal überhaupt die Skandinavische Verteidigung mit …2.Sf6. Hierbei kamen beide Spieler solide aus der Eröffnung heraus. Im Mittelspiel gab Michael einen Bauern für etwas mehr Aktivität. Als sein Gegner ein riskantes Königsmanöver versuchte, schnappte die Falle zu und der gegnerische König konnte sich letztlich nicht mehr retten, so dass der Sieg nach 45 Zügen feststand.  Der Spielstand von 3 zu 1 ließ zumindest hoffen…

Eduard konnte an Brette 2 als Weißer mit d4 und c4 aber nur ein Remis erreichen. Der passive Aufbau von Schwarz erwies sich mit d6 und c6 als schwer zu knacken, da Schwarz zudem die Offene Linie mit beiden Läufern blockierte, auf der Weiß in das andere Lager einzubrechen gedachte. Nach der verfrühten Rochade von Weiß gruppierte Schwarz seinen Springer um und stieß auf dem Königsflügel gegen Weiß vor. Weiß konnte dennoch die Situation mit einem Damenzug stabilisieren, der zugleich eine Dame-Läufer-batterie aufbaute und den schwarzen König mit Druck auf f7 bedrängte, so dass der weitere Vorstoß von Schwarz erlahmte. Nach Vereinfachung der Stellung war Weiß in komplizierter Stellung in Zeitnot, stellte eine erzwungene einzügige Mattdrohung am schwarzen Königsflügel auf, so dass Schwarz genötigt war, seinerseits auf Dauerschach zurückzugreifen. Es wurde remis gegeben und der Sieg von Stetten war damit besiegelt.

Demnach war es auch nicht mehr entscheidend, dass Marcus an Brett 1 gegen Jürgen Viehoff in einem komplexen Endspiel mit vielen Bauern und bei dem Marcus zwei Läufer und Turm gegen einen Läufer und Turm + 2 Mehrbauern hatte auch einen Punktverlust hinnehmen musste.

Somit stand trotzt leichter DWZ-Überlegenheit am Ende eine deutliche Niederlage mit 4,5 zu 1,5 auf dem Papier.

Stellt sich die Frage in wieweit die Aufstiegsträume der 4. Mannschaft schon wieder geplatzt sind!?

By |November 4th, 2024|Categories: 4. Mannschaft|0 Comments

Großer Schritt in Richtung Klassenerhalt für die „Zweite“


Nach dem misslungenen Auftakt gegen Sontheim musste beim wegen des Europacups verlegten Zweitrundenspiel der Verbandsliga gegen Spvgg Böblingen unbedingt ein Sieg her. Um es kurz vorwegzunehmen: Dies gelang auch, und der Sieg war zu keiner Zeit gefährdet. Im Gegenteil, bei 1½ weggeschmissenen Punkten an den Brettern 4 und 6 hätte er durchaus höher ausfallen dürfen.
Durchaus inspiriert starteten die Europacup-(Nicht-)Helden. Nils Stukenbrok erhielt nach gegnerischer Experimentaleröffnung gleich großen Vorteil. Harald Keilhack konnte bis Zug 17 auf Theorie- und danach noch auf Strukturkenntnisse zurückgreifen. Hingegen war Christian Beyer schon im 9. Zug out of book, zündete dann aber seine unwiderstehliche kreative Ader. Gerhard Junesch an 1 streute bei seinem Caro-Kann – bekanntlich eine der langweiligsten Eröffnungen – genau das richtige Maß an Provokation ein. Kai Giebler und Nerz wechselten im Schotten gleichfalls etliche Theoriezüge, später schwand dann bei Schwarz das Maß für Feinheiten („welcher Turm gehört nach e8?“).
An 5 und 8, mit Florian Schnadt und Jürgen Koch auf unserer Seite, wurde „langweilig“ Slawisch- bzw. Französisch-Abtausch geübt. In beiden Fällen agierten die Weißspieler in der Folge zu defensiv; Schnadt leitete zu einer Isolanistellung über, Koch verlor mehr und mehr Raum.
Als Erster gewann dann Mannschaftsführer York Glienke, der seine indische Struktur vollstreckte. Damit waren die Zeichen auf Sieg gestellt – Giebler stand auf Gewinn, Keilhack und Beyer immer besser … objektiv waren die fast absurden Verwicklungen bei Christian Beyer zunächst nicht wirklich gut, doch der Gegner wurde konsequent schwindlig gespielt und musste bereits nach 23 Zügen aufgeben. Nachher sprudelten die Varianten aus Christian nur so heraus – und siehe da: sehr viele, wenn auch nicht alle, stimmten laut Stockfish sogar!
Einen Rückschlag gab es dann an Brett 4: Giebler hatte bereits eine ganze Mehrfigur, für pure Schwindelchancen; dazu viel Zeit auf der Uhr und sein Gegner war in hochgradiger Zeitnot. Aber plötzlich schauten drei schwarze Figuren f2 an, während die weiße Dame weit im Abseits stand. Als Beschwichtigungs-Köder bot Giebler seinen Turm a1 an, um dort dann die schwarze Dame zu fangen. Dies gelang nur zum Teil: die schwarze Dame opferte sich, doch anschließend musste die weiße ebenso dran glauben!
2:1, und kurz darauf 3:2 bei den beiden Abtauschvarianten-Spezialisten: Florians Initiative setzte sich durch, während bei Jürgen Koch im Springerendspiel ein schwarzes Springeropfer den Bauerndurchbruch erzwang – eben der Raumvorteil.
Derweil stand Nils Stukenbrok gemütlich auf Gewinn. Keilhack schob, vom König unterstützt, seine Freibauern auf e und f vor. Der Gegner hatte dafür zwei c- und einen a-Bauern und lag im Rennen sichtlich hinten. Im Backgammon hätte man da noch mit ein oder zwei Päschen etwas „drehen“ können, aber Schach funktioniert leider – oder Gott sei Dank – anders. Bei Gerhard Junesch wurden kurz vor der Zeitkontrolle Zugwiederholungen angetäuscht, in deutlich verschärfter Stellung. Irgendwie ging es dann aber doch weiter.
Nach der Zeitkontrolle folgte Harald Keilhacks Sieg zum 4:2. Nils Stukenbrok hatte in einem harmlosen Endspiel Läufer und zwei Bauern mehr. Plötzlich musste er aber einen Turm geben, um Dauerschach zu vermeiden!? Mit anschließend zwei Bauern für die Qualität hatte er bei verschärfter Lage immer noch Vorteil, doch letztlich Remis – ebenso wie am Spitzenbrett, wo sich alles in Wohlgefallen auflöste.
Schachlich war diesmal vor allem an den ersten vier Brettern viel geboten, mit etlicher Kreativität und originellen Stellungsbildern. Und bei Beyer und Keilhack ist nach ihren ersten Verbandsligasiegen für Schönaich hoffentlich der Knoten geplatzt.

By |November 4th, 2024|Categories: 2. Mannschaft|0 Comments


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