TSV Schönaich steigt aus der 2. Schachbundesliga ab
Nach 10 ereignisreichen Jahren mit einigen Höhepunkten endet nun wohl die Zeit des TSV Schönaich in den ersten beiden Schachbundesligen. Da nach dem Beinahe-Abstieg letzte Saison der komplette Kader neu aufgebaut werden musste, waren vor der Saison die Hoffnungen auf ein Wunder ohnehin gering gewesen. Doch dann konnte man tatsächlich eine gute Mannschaft zusammenstellen, die sich in jedem Spiel voll reinkämpfte und spätestens mit den überraschenden 2 Punkten aus Aue am ersten Wochenende kehrte die Hoffnung tatsächlich wieder zurück und blieb bis zum letzten Spieltag. Am Ende fehlte jetzt der Wimpernschlag eines halben Brettpunkts im entscheidenden Abstiegsendspiel beim Abschlusswochenende in Regensburg.
Los ging es am Samstag mit dem Match gegen Garching. Hier ging es um die Chance mit einem Sieg Konkurrent Regensburg zu überholen, damit im direkten Duell ein Remis reichen würde. Doch bei dieser Aufgabe kamen die Schönaicher überhaupt nicht richtig in die Spur, durch Probleme bei der Anreise mussten alle mit 8 Minuten Zeitstrafe starten und ähnlich unglücklich ging es im Verlauf weiter. Debütant Jan Philipp Rechner öffnete mit unnötigen Bauernzügen seine Königsstellung und wurde dort mattgesetzt. Chris Beyer entglitt ein ausgeglichenes Endspiel und Daniel Garcia Ramos riskierte zu viel und wurde mit einem Figurengewinn ausgekontert. Bryan Smith, Noah Geltz und Kapitän Moritz Reck verbuchten solide Remis, lediglich die Spitzenbretter Edvin Trost und Carles Diaz Camallonga hatten Siegchancen, die sie aber leider auch nicht verwerten konnten, so dass mit zwei weiteren Remis die 2,5-5,5 Niederlage feststand.
Somit musste am Sonntag Regensburg geschlagen werden. Da diese nicht in Bestbesetzung antreten konnten, war das Spiel auf dem Papier ausgeglichen. So ging es auch ins Match, alle gingen hochkonzentriert zu Werke, keiner wollte einen Fehler machen und nach 2 Stunden gab es tatsächlich noch an keinem der 8 Bretter eine klare Tendenz. Harald Keilhack gab dann leider etwas unnötig ein wertvolles Weißbrett remis, kurz darauf geriet Schönaich am Nebenbrett in Rückstand, da Noah Geltz einen taktischen Schlag in seine Königsstellung hinnehmen musste. Bei Edvin Trost am Spitzenbrett gab es das nächste Remis und in der Zeitnotphase nach 4 Stunden kippte das Match dann endgültig auf die Seite von Regensburg, als Moritz Reck im 39. Zug von 3 Optionen die einzige Verlustvariante auswählte. Der 1-3 Rückstand war eine zu große Hypothek, da Daniel Garcia Ramos und Chris Beyer auch schlechter standen, lediglich Bryan Smith und Carles Diaz Camallonga hatten inzwischen Vorteile mit einem Mehrbauern, doch zwei Siege würden ja nun nicht mehr reichen. Regensburg legte dann auch die Sicherheitsvariante ein, steuerte die beiden Stellungen mit ihren Vorteilen zu sicheren Remis und so konnten am Ende Smith und Diaz Camallonga mit ihren Siegen nur noch zum 4-4 ausgleichen, was Regensburg genau ausreichte, um Platz 9 und damit den Klassenerhalt zu sichern.
Bis zum 01.05. besteht noch die theoretische Chance wie im letzten Jahr durch einen anderen Rückzug die Klasse zu halten, danach sieht es aber aktuell nicht aus, so dass die Schönaicher Bundesligajahre nach einer Dekade nun dem Ende entgegen gehen.
Drama im ersten Abstiegsendspiel gegen Walldorf – Hoffen auf die zweite Chance
Zur vorletzten Doppelrunde reiste der TSV Schönaich in den Kraichgau nach Eppingen. Vor der Partie gegen die Gastgeber ging es zunächst gegen den SV Walldorf, im Duell Achter gegen Zehnter steckte Abstiegskampf pur.
Gleich vom Start weg lief alles wie am Schnürchen. Der Plan lautete die hinteren Bretter zu halten und an den drei Spitzenbrettern zuzuschlagen. Daher blickte man nach 3 Stunden Spielzeit sehr zufrieden auf den Zwischenstand 1,5-1,5 zu dem Tobias, Noah und der elfjährige Yunqi ganz sichere Remis beigetragen hatten. Und noch deutlich besser schien der Blick auf die laufenden Bretter. Alle 3 Spitzenbretter lagen auf Kurs, Edvin hatte in einem Schwerfigurenendspiel die bessere Bauernstruktur, Carles hatte einen Mehrbauern und Bryans Gegner war komplett in der Defensive eingeschnürt. Als Sahnehäubchen hatten auch Chris und Kapitän Moritz hinten nicht nur erfolgreich gegengehalten, sondern lagen sogar auch klar auf Siegkurs. Chris hatte ebenfalls einen Bauern gewonnen und Moritz hatte mit einem korrekten Figurenopfer den gegnerischen König freigelegt und stand klar auf Gewinn. Es schien zu diesem Zeitpunkt nur um die Höhe des Sieges zu gehen.
In dieser komfortablen Situation schien es sogar verschmerzbar, dass Bryan in Zeitnot den Überblick verlor und tatsächlich den ganzen Punkt abgeben musste. Auch dass Moritz auf Nummer sicher ging, sich das geopferte Material zu früh zurückholte und schließlich Dauerschach geben musste, war noch kein Grund zur Sorge. Doch als auch noch Edvin in Zeitnot einen Bauern verlor und in ein schlechtes Damenendspiel gehen musste, war der Kampf auf einmal wieder offen. Carles verwertete seinen Mehrbauern gewohnt cool zum 3-3 Ausgleich und in der 6. Spielstunde war die Frage, wer sein vorteilhaftes Brett verwerten konnte, Walldorf an 1 oder Schönaich an 7? Die Spannung war greifbar, das Pendel konnte noch in beide Richtungen ausschlagen. Zum Tag passend tat es das dann zuungunsten des TSV. Chris stellte den Mehrbauern ein und Edvin musste sich schließlich nach 100 Zügen zur völlig unnötigen 3,5-4,5 Niederlage geschlagen geben. Nachdem es lange Zeit eher wie ein 6-2 Sieg ausgesehen hatte, war das natürlich ein herber Tiefschlag.
Entsprechend geknickt war gegen Eppingen nicht mit Punkten zu rechnen, zumal Tobias kurzfristig ausfiel. Glücklicherweise sprang Nils spontan ein, so dass man wenigstens komplett antreten konnte. Das Match hatte im Gegensatz zum Vortag keine überraschenden Wendungen parat, alle Partien endeten mit dem verdienten Ergebnis. Bryan konnte seine Partie gewinnen und Edvin, Carles und Noah trugen ein Remis zur 2,5-5,5 Niederlage bei, an den hinteren Brettern setzte es gar ein 0-4.
Nun läuft alles auf ein echtes Abstiegsfinale am letzten Wochenende in Regensburg hinaus, wenn die Gastgeber am 01.03. zum letzten Spieltag den TSV empfangen.

Bryan mit weiß und sein Gegner kann sich gar nicht bewegen. Entsprechend gewinnen in der Stellung fast alle Züge. Nach der Partie ärgerte sich Bryan unheimlich, dass er nicht das ruhige b3 gespielt, sondern mit c5 die Stellung verschärfte. Doch die Engine bestätigt c5 als eine der besten Fortsetzungen. Es geschah c5 cxd5; cxd6 Sg6; Sxg6 Dxg6; d7 Lf7 mit klarem Vorteil für weiß. Doch später ging der d7 unnötig verloren und die Stellung kippte noch.

Tatsächlich stand Bryan aber trotz unnötiger Komplikationen noch bis zum 38. Zug auf Gewinn. Bei der nachträglichen Analyse beim Italiener entkorkte Chris hier das trockene Kh1, das alle Probleme löst und schwarz die Probleme in der Verteidigung zuschiebt. Stattdessen geschah Txb7 Sxa5 La4 De5 mit entscheidendem Materialverlust.

Chris hat sich nach sehr trockener Eröffnung mit großer Remisbreite und eigentlich keinen Chancen für schwarz eine klare Gewinnstellung erarbeitet. Vermutlich ist er hier nur noch einen Zug vom Gewinn entfernt, nach Tb3 ist weiß chancenlos den Bauern auf a3 aufzuhalten. Der Plan stattdessen mit dem König rauszulauen misslingt, als der König sich entfernt hat kommt Td3 mit der Idee Sc4 Txa3 und am Ende verbleibt schwarz nur ein trauriger, einzelner Springer.

Nach dem Springeropfer auf h7 steht der schwarze König völlig im Hemd. Der einzige Zug ohne Matt ist hier noch f5. Moritz rechnete zu kurz und verwarf den besten Kandidaten Lxf5 Txf5; Txf5 Sxe5; weil er den klaren Gewinner Lg5! nicht voraussah. Stattdessen spielte er den zweitbesten e6 und schwarz bot mit De8 die Rückgabe des Materials an. Dh5 wäre hier immer noch klar besser, doch der Damentausch mit exd7 (interessanterweise ist hier sogar Txf5 noch minimal stärker als die Figur zurückzunehmen) führt auf Grund des starken schwarzfeldrigen Läufers nur zu einem Remis.
Schönaich erfolgreich bei der Bezirksblitzmeisterschaft
Das Ziel für die Bezirksblitzmeisterschaften war klar definiert: Von den 5 Qualifikationsplätzen sollten 2 nach Schönaich gehen. Daher war die Überlegung zwei ungefähr gleichstarke Mannschaften ins Feld zu schicken und nicht auf den Titel auf Bezirksebene zu gehen.
Das direkte Duell in der ersten Runde wurde dennoch ausgekämpft (obwohl ein taktisches 2-2 vermutlich zum Plan passender gewesen wäre), dabei setzte sich Team 1 knapp mit 2,5-1,5 durch. Nach 7 Runden grüßte dann mit 12-2 Punkten dennoch Team 2 von der Spitze des Feldes auf Grund der besten Brettpunkte, Team 1 hatte überraschend gegen Böblingens Jugendmannschaft verloren. (der Topturnierfavorit und auch spätere Sieger Stuttgart 1 lag zu dieser Zeit wegen einem spielfrei zum Start noch hinter den Schönaicher Teams)
Doch von diesem Ausrutscher abgesehen machte es die Erste sehr gut und erspielte sich am Ende nicht nur Platz 2, sondern sammelte mit 63,5 von 80 möglichen Brettpunkten fast 80% und damit sogar die meisten im gesamten Turnier. Wenig überraschend war da auch ein Brettsieg dabei, Kai Giebler holte an Brett 4 18/20 und war damit auch gleichzeitig der erfolgreichste Punktesammler im gesamten Turnier. Auch Simona Gheng konnte mit 17/20 an Brett 3 ein tolles Ergebnis erzielen, Thomas Hickl erreichte 14,5/20 und Nils schlug sich in der ausgeglichen besetzten Mannschaft am Spitzenbrett sehr wacker mit 14/20.
Teil 1 war also souverän erfüllt, doch bei Team 2 kam zwischenzeitlich ordentlich Sand ins Getriebe. Am Ende rettete man nach einem 0-4 Tiefpunkt gegen Waiblingen 1 aber gerade noch Rang 5 ins Ziel. Dies gelang vor allem Dank Yunqis überragender Leistung an Brett 2, der mit 16,5/20 dort ebenfalls den Brettpreis abräumte. Dazu kamen noch 14,5/20 von Moritz am Spitzenbrett, sowie 12,5/20 von Flori und 14/20 von Daniel.
Bei den württembergischen Meisterschaften am 28.03. ist der TSV Titelverteidiger aus den Jahren 2023 und 2024 (2025 nahm man nicht teil), doch diesen Erfolg zu wiederholen wird ohne Tobi und Marius wohl kaum gelingen. Dabei wäre ein Sieg dort so reizvoll wie selten, finden doch die deutschen Meisterschaften dieses Jahr ganz in der Nähe in Ettlingen statt und nicht wie sonst in 5h Fahrt Entfernung.
Team 1 ohne Simona (hatte schon gewonnen und daher Zeit ein Bild zu machen) beim 3-1 gegen Herrenberg.
Team 2 beim 4-0 gegen Waiblingen 2, jeweils in Runde 5.
TSV Schönaich meldet sich in der 2. Bundesliga mit starkem Wochenende im Kampf um den Klassenerhalt zurück (Untertitel: Was für ein Debüt!)
Der Doppelspieltag bei Reisepartner Baden-Baden begann mit dem Duell gegen Heidesheim, Platz 11 gegen Platz 10, dazu die beiden nominell schwächsten Teams der Liga, mehr Abstiegskampf geht kaum. Es dürfte wahrscheinlich das einzige Match mit Elo-Vorteilen für den TSV in dieser Saison bleiben, doch zu Beginn war davon noch wenig zu sehen. Der stärkte Schönaicher Carles Diaz Camallonga kam mit weiß nicht über ein Remis hinaus und hinten standen Chris Beyer und Kapitän Moritz Reck schon etwas prekär. Ganz wichtig war dann, dass Beyer die Partie im taktischen Scharmützel wenden konnte, denn kurz darauf mussten Reck und Edvin Trost Niederlagen zum 1,5-2,5 Rückstand quittieren. Ein Rückstand mit 3 Punkten wäre vermutlich eine zu große Hypothek gewesen, doch so machten sich die verbliebenen 4 Spieler alle daran ihre Vorteile zu verdichten und tatsächlich konnte man an jedem Brett auf den vollen Punkt hoffen. Bei Bryan Smith kam leider trotz Qualität mehr nur ein Remis dazu, doch in der Zwischenzeit hatte Tobias Bärwinkel alle Klippen umschifft und steuerte mit 2 Mehrbauern auf den sicheren Ausgleich zu. Im Anschluss konnten auch Noah Geltz seinen Mehrbauer im Turmendspiel, sowie Daniel Garcia Ramos seinen Doppel-Mehrbauern im Läuferendspiel in Siege zum 5-3 Endstand veredeln.
Der wichtige Sieg zur Absicherung von Platz 10 war also verdient eingefahren, doch für den Klassenerhalt auf Platz 9 werden vermutlich noch 5 weitere Punkte benötigt. Daher hieß es am Sonntag am besten mit dem Punktesammeln weitermachen, auch wenn die Aufgabe mit dem Tabellenführer Viernheim 2 deutlich größer war. Nach der schwachen Leistung vom Samstag machte Reck Platz für das erst 11-jährige Schönaicher Talent Yunqi Li und zumindest dieser Schachzug sollte komplett aufgehen. Mit schwarz übernahm Li gegen den etwas passiven Aufbau seines Gegners von Beginn an das Kommando, baute seinen räumlichen Vorteil kontinuierlich aus und erzwang am Ende durch Zugzwang einen Bauerndurchbruch zur Führung für den TSV. In diesem Alter ein echtes Ausrufezeichen, bereits jetzt ist klar, dass die Zukunft im Team ganz eng mit seinem Namen verknüpft sein soll. Leider scheitere Beyer am Nebenbrett bei der Verwertung seiner Mehrfigur, so dass es bei einem Punkt Führung blieb, nach einem weiteren Remis bei Smith stand es somit 2-1. Leider musste Bärwinkel die Waffen strecken, doch Geltz hielt seine Stellung mit weniger Qualität souverän Remis und nach einem weiteren Remis von Trost konnte Garcia Ramos das Team mit seinem zweiten Sieg des Wochenendes wieder mit 4-3 in Führung bringen. Auch das ein tolles Debüt vom Neuzugang aus Barcelona bei seinen ersten Spielen für Schönaich. Wie so oft hing der Ausgang damit an der letzten Partie von Diaz Camallonga, diesmal hatte er allerdings die undankbare Aufgabe eine Verluststellung Remis zu halten. Mit zäher Gegenwehr schaffte er es tatsächlich noch eine Ausgleichschance zu erspielen, doch leider fand er die entscheidende Idee nicht, so dass man sich mit einem 4-4 Unentschieden begnügen musste.
Nach dem Spielverlauf wären 2 Siege sicherlich möglich gewesen, doch auch so sind die 3 Punkte ein starkes Ergebnis, das dem Team die Hoffnungen auf den Klassenerhalt zurückgibt. Aus den ausstehenden 4 Partien gegen die Teams auf den Plätzen 6-9 sind die vermutlich benötigten 4 Punkte noch machbar, erst recht wenn es dem Team gelingt, an die Leistung aus Baden-Baden anzuknüpfen.
Das Ende von Yunqis grandiosem Zweitliga-Debüt
Schwarz hat klaren räumlichen Vorteil und über b5 ein starkes Einbruchsfeld für den Springer. Der Gegner verpasst es hier mit f5 die Bauernketten am Königsflügel vorerst zu schließen und zumindest weiter Widerstand zu leiten, nach seinem Kf3 zieht Yunqi selbst f5 und danach kann sich weiß nur noch entscheiden auf welchem Flügel er den siegbringenden Durchbruch erlauben möchte. Es wurde schließlich die Dame auf a1.
Landesliga: TSV Schönaich 3 zu Gast beim Tabellenführer SC Botnang 1
Bericht von Oliver Rechtsteiner
In der Landesliga musste die dritte Mannschaft des TSV Schönaich beim Tabellenführer SC Botnang 1 eine knappe 3,5:4,5-Niederlage hinnehmen. Trotz starker Einzelleistungen und mehrerer verpasster Chancen blieb der erhoffte Punktgewinn in einem ausgeglichenen Mannschaftskampf aus.
Am 11. Januar 2025 stand für die dritte Mannschaft des TSV Schönaich ein schweres Auswärtsspiel beim Tabellenführer SC Botnang 1 auf dem Programm. Die Gastgeber traten in Bestbesetzung an und waren nominell an allen Brettern, teils deutlich, favorisiert. Doch der Mannschaftskampf verlief
knapper, als es die Papierform erwarten ließ.
An Brett 6 spielte Thomas Detmer zunächst solide, übersah jedoch eine taktische Feinheit und musste eine Figur für zwei Bauern geben. Die gegnerische Bauernmajorität und das Läuferpaar entschieden schließlich die Partie – Thomas musste seinem Gegner den Punkt überlassen. Eduard, an Brett 8, erarbeitete sich nach ausgeglichener Eröffnung kleine Vorteile und lehnte ein Remisangebot mutig ab. Im weiteren Verlauf gewann er einen Bauern, konnte den Vorteil jedoch nicht in einen Sieg ummünzen und willigte schließlich ins Remis ein. An Brett 2 zeigte Otto nach längerer Schachpause eine starke Leistung. Er setzte seinen Gegner unter Druck, gewann im Mittelspiel einen Bauern, traf jedoch an einer kritischen Stelle eine strategisch unglückliche Entscheidung. Im entstandenen Endspiel mit je einem Turm und ungleichfarbigen Läufern blieb kein Gewinnweg – Remis. Zwischenstand: 2:1 für Botnang. Unsere Nachwuchsspielerin Enya kam an Brett 7 mit klarer Initiative aus der Eröffnung und hatte sogar die Möglichkeit, eine Figur zu gewinnen. Aus Gründen, die Enya nach ihrer Partie selbst nicht benennen konnte, entschied sich gegen die gewinnbringende Fortsetzung, verlor kurz darauf den Vorteil und musste die Partie nach langem Kampf sogar aufgeben. An Brett 4 stand Oliver nach der Eröffnung ausgeglichen, griff dann jedoch zu einer etwas fragwürdigen Vereinfachung, die seinem Gegner am Damenflügel aktives Gegenspiel eröffnete. Der
Angriff schlug durch – Oliver musste aufgeben. Ein kurioses Ende nahm die Partie von Jürgen am fünften Brett. Nachdem er seine Bedenkzeit fast
aufgebraucht hatte und ab seinem 30. Zug nur noch mit dem 30-Sekunden-Bonus pro Zug spielte, ließ sein Gegner just im 39. Zug – einen Zug vor der Zeitkontrolle – in der ausgeglichenen Stellung selbst die Zeit fallen. Ein glücklicher Punkt für Schönaich! Zwischenstand: 4:2 für Botnang. In überragender Form präsentierte sich erneut York an Brett 3. Früh opferte er einen Bauern für Initiative, verstärkte konsequent den Druck am Königsflügel und setzte seinen Gegner schließlich sehenswert matt. Zwischenstand: 4:3 – der Kampf war wieder offen.
Nun ruhte alle Hoffnung auf Thomas Hickl am Spitzenbrett, der es mit dem bislang ungeschlagenen Topspieler des SC Botnang zu tun bekam. Unbeeindruckt spielte Thomas sein gewohnt solides Schach, erarbeitete sich im Mittelspiel Vorteile und zwei Mehrbauern, musste aber
mit einem Doppelbauern auch strukturelle Schwächen in Kauf nehmen. Im komplizierten Damenendspiel verteidigte sich der Botnanger Spitzenspieler zäh und konnte schließlich das Remis erzwingen – der Mannschaftssieg für die Gastgeber stand fest. Endstand: 4,5 : 3,5 für Botnang.
Trotz der knappen Niederlage zeigten die Schönaicher eine bemerkenswert geschlossene Mannschaftsleistung und forderten den Tabellenführer bis zum Schluss. Angesichts mehrerer verpasster Chancen bleibt das Ergebnis allerdings schmerzhaft. Mit nun 4 Punkten rangiert der TSV
Schönaich 3 derzeit auf Platz 7 von 10 – punktgleich mit den Teams auf Rang 8 und 9. Der Abstiegskampf ist damit eröffnet. Hoffen wir, dass dieser verschenkte Mannschaftspunkt am Ende der Saison nicht das Zünglein an der Waage sein wird.
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