Schönaich meldet sich mit bärenstarkem Wochenende in der 2. Schachbundesliga zurück

2025-01-13T03:36:29+01:00

Vor der zweiten Doppelrunde bei Reisepartner Böblingen standen die Mannen vom TSV nach zwei Niederlagen als Tabellenschlusslicht schon gehörig unter Druck und mit Baden-Baden II und Eppingen standen starke Teams mit bisher weißer Weste als Gegner auf dem Programm.

In den bisherigen fünf Duellen mit der Reserve des Rekordmeisters hatte es nur zu zwei Unentschieden gereicht, bei den drei Niederlagen setzte es unter anderem ein 0,5-7,5 als Tiefpunkt und die Favoritenrolle war auch diesmal wieder klar verteilt.

Doch an den Brettern stellte sich die Situation an diesem Samstag von Beginn an anders dar. Bereits nach wenigen Minuten war Marius Deuer fertig, der französische Nationalspieler Maxime Lagarde, ein Großmeister mit über 2600 Elopunkten, willigte mit schwarz in eine Zugwiederholung in der Eröffnung ein. Das zeigt, wie groß der Respekt vor den jüngsten Leistungen des Schönaicher Jungstars ist. Bald darauf endete auch die Partie von Sebastian Iermito mit dem gleichen Ergebnis. Anschließend schlug die große Stunde von Christian Beyer. Er hatte mutig einen Bauern mitgenommen und konnte anschließend die Angriffe auf seinen König parieren. Nachdem er dann einen zweiten Bauern gewonnen hatte, ließ sich der Gegner den Rest nicht mehr zeigen und gab die Partie auf. Oleg Korneev hatte seine Partie auf Anweisung von Kapitän Moritz Reck trotz den schwarzen Steinen riskant angelegt und eine Qualität geopfert. Obwohl die Stellung ausreichend Kompensation für das Opfer hergab, entschied er sich, sie Remis zu geben, um in der guten Situation mit der 2-1 Führung kein unnötiges Risiko aufkommen zu lassen. Ob das die richtige Entscheidung sein sollte, war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht klar und tatsächlich konnten Kapitän Reck und Harald Keilhack ihre passiven Stellungen nicht halten, so dass die Führung mit 3,5-2,5 zum Favoriten wechselte. In der Zwischenzeit hatte sich allerdings Tobias Kölle am Spitzenbrett einen großen Vorteil erarbeitet, den er auch umsichtig zum Ausgleich verwertete. Damit lief nur noch die Partie von Carles Diaz Camallonga, ein Kämpfer, der oft noch als Letzter spielt und alles probiert, um einen Sieg aus der Stellung herauszuholen. Diesmal waren ihm aber eigentlich die Hände gebunden, sein Gegner Niklas Schmider hatte eine forcierte Zugwiederholung, mit der er ein Remis erzwingen konnte. Schmider überlegte sehr lange und als seine Uhr nur noch 4 Minuten anzeigte, entschied er sich gegen das Remis und wählte eine andere Fortsetzung. Eine sehr gewagte und auch etwas fragwürdige Entscheidung, denn die Stellung war kompliziert, so dass es mit knapper Zeit viele Fallstricke gab. Tatsächlich gelang es Camallonga bald mit einem Mehrbauern in Vorteil zu kommen und diesen am Ende zum viel umjubelten Sieg für Schönaich zu verwerten.

Mit diesen 2 unerwarteten Punkten und dem Ende der schwarzen Serie gegen Baden-Baden ging es am Sonntag mit viel Selbstbewusstsein im Gepäck gegen Eppingen, die inzwischen mit 6-0 Punkten an der Tabellenspitze standen. Kölle kam erneut sehr gut aus der Eröffnung, gab sich diesmal aber mit einem forcierten Remis durch Zugwiederholung zufrieden. Vermutlich wäre in der Stellung aber durchaus auch mehr möglich gewesen. Auch Camallonga war ausnahmsweise frühzeitig mit einem halben Punkt fertig. Dann geriet Schönaich in Rückstand, denn der eingewechselte Florian Schnadt geriet in seiner Partie ziemlich unter die Räder. Etwas schade war es am Ende trotzdem, denn der Gegner hakte die Partie im Kopf wohl etwas zu früh ab und erlaubte dadurch einen Konter, so dass die Partie tatsächlich kurz vor dem Ende nochmal komplett ausgeglichen war. Doch Schnadt fand leider nicht die richtige Verteidigung. Den Ausgleich besorgte Korneev, der seinen Gegner in einer fantastischen Partie mit ausgesprochener Präzision überspielte und auch mit 55 Jahren noch eindrucksvoll zeigt, warum er als Nr. 34 im Jahr 2006 zur erweiterten Weltspitze gehörte. Beim Stand von 2-2 war alles offen, an den Brettern von Beyer und Reck drückten die Schönaicher auf den Sieg, Deuer und Iermito versuchten ihre Stellungen zu halten. Nachdem dies Iermito gelungen war, schlug erneut die Stunde des Helden vom Wochenende, Beyer konnte im Turmendspiel seinen Freibauern verwerten und seinen zweiten Sieg verbuchen.

Chris Beyer, Held des Wochenendes mit 2/2 gegen einen GM und einen IM

Ein Punkt war also schon sicher und leider gab es in den beiden anderen Partien den jeweils schlechten möglichen Ausgang für den TSV. Deuer konnte den Freibauern des Gegners trotz Läuferpaar nicht aufhalten und der Mehrbauer von Reck ließ sich im Damenendspiel nicht zum Sieg verwerten. Am Ende kam Eppingen beim 4-4 also nochmal mit einem blauen Auge davon, aus Schönaicher Sicht ein Match mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Eine erneut starke Leistung und ein Punkt gegen den damit gestürzten Tabellenführer sind ein Grund stolz zu sein. Doch vom Spielverlauf wäre sogar eher ein Sieg das gerechte Ergebnis gewesen, wenn man an die Stellungen von Kölle, Reck und am Ende auch Schnadt denkt.

Der SC Böblingen zeigte sich nicht nur als guter Ausrichter, sondern am Brett auch als gefährlicher Gegner, letztlich setzte sich aber in beiden Matches die Qualität der Gegner durch, womit man weiter am Tabellenende steht. Schönaich klettert dagegen mit den 3 Punkten auf den ersten Nichtabstiegsplatz 9 und kann damit erstmal ein wenig durchschnaufen, bevor im Februar ganze fünf Runden anstehen und vermutlich bereits erste Entscheidungen bringen werden.

Entscheidende Momente vom Sonntag:

Flori steht auf völlig verlorenem Posten, doch der Gegner spielt unbedarft drauf los. 35. c5?! Tb2 36.g4? und nach hxg4 37.hxg4 Tb4+ ist die Stellung aufgrund der ungleichfarbigen Läufer mit 0,00 ausgeglichen. Leider reichte es am Ende trotzdem nicht für einen halben Punkt, weil Flori nach Tf7+ und Kc8 nach c6 im Mattnetz gefangen war. Ka6 wäre der richtige Fluchtplan gewesen mit vermutlich baldigem Remis, da weiß mit dem c Bauern nicht wirklich voran kommt.

Oleg krönt seine tolle Partie mit dem Opfer 20.Sxg5! Es folgt Lxg5 21.Lxg5 hxg5 22.Df6 Th7 23.h6 und Oleg bekommt seine Figur mit Gewinnstellung (+3) zurück.

Moritz lehnte im 23. Zug ein Remisangebot seines knapp 300 Punkte stärkeren Gegners ab, die Stellung war zwar ausgeglichen, doch der Gegner bereits in beginnender Zeitnot und als Kapitän muss man ja auch mit gutem Beispiel vorangehen 🙂 Schließlich konnte Moritz im 36. Zug einen Bauern gewinnen, doch gewonnen war die Stellung nur genau für einen Zug in obigem Diagramm. Es kam gerade 40. … Sf5 und die 40 Züge waren geschafft. Moritz Se5 ist dann leider nur die zweitbeste Fortsetzung und schwarz hielt die Stellung anschließend mit der starken Antwort Sd6. Das Damenopfer Dh7+! hätte aber ziemlich sicher die Partie gewonnen (+4).

Schönaich meldet sich mit bärenstarkem Wochenende in der 2. Schachbundesliga zurück2025-01-13T03:36:29+01:00

Marius Deuer wird mit gerade einmal 16 Jahren bereits in den B-Kader des Deutschen Schachbunds aufgenommen

2024-12-23T13:31:07+01:00

Im B-Kader befinden sich die Nationalspieler des deutschen Teams, mit Ausnahme der beiden Weltklassespieler Vincent Keymer und Frederick Svane, die A-Förderung bekommen. Die Tatsache, dass der ehemalige Europameister Matthias Blübaum, aktuell 2650 Elo schwer, sich ebenfalls im B-Kader befindet, zeigt, welch besonderem Kreis Marius Deuer hier beitreten darf.

Als Begründung für die Nominierung heißt es auf der Seite des Schachbund: „dass es eine mathematisch errechnete Leistungskurve gibt, ab welchem Alter Spielerinnen und Spieler es in den Nationalmannschafts-Kader geschafft haben. Experten haben diese Werte aus den Elo-Entwicklungen der letzten 23 Jahre erschlossen. Mit [seiner] Elo-Zahl lieg[t Marius] deutlich über dieser Kurve.“ Marius weitere schachliche Zukunft könnte also noch einige großartige Momente bereithalten, die nähere sieht erstmal das Erlangen des Großmeistertitels vor. Wir sind felsenfest überzeugt, dass Marius an dieses bereits im nächsten Jahr den nächsten Haken setzen kann. Der ganze TSV Schönaich ist stolz auf Marius fantastische Entwicklung und seine Leistungen.

Marius Deuer wird mit gerade einmal 16 Jahren bereits in den B-Kader des Deutschen Schachbunds aufgenommen2024-12-23T13:31:07+01:00

Eine bunte Nachlese: Marius Deuers GM-Norm, Oleg Korneevs Interview, Tobias Kölles Match gegen Magnus Carlsen, und eine Glanzpartie beim Böblinger Nachbarkampf

2024-12-06T09:42:52+01:00

Schon kurz erwähnt wurde die – endlich! – erste GM-Norm von Marius Deuer bei der Offenen Bayrischen Meisterschaft Anfang November am Tegernsee. Hierzu noch der Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG, vom Schreiber  dieser Zeilen: 0911_RATE-1-STGT_NWE (2) (draufklicken zum Lesen des PDF!).

Unser Routinier und Vielspieler Oleg Korneev wurde interviewt. Es gab einige bemerkenswerte Aussagen, z.B. zur Rating-Deflation: Mit einem Karriere-Hoch von 2698(!) wünscht sich Korneev derzeit nichts sehnlicher als die Rückkehr über 2500; „und viele Großmeister, die bereits um 2600 waren, hätten bereits Alpträume, dass sie unter 2400 fallen könnten.“
Hier das Interview: (draufklicken!)

Einen Tag nach dem Bundesligawochenende spielte Tobias Kölle eine Stunde lang gegen keinen Geringeren als – Magnus Carlsen! Das Endergebnis: 1  1/2 : 10 1/2.
Ok, es waren 3-Minuten-Partien, und der einzige Sieg auf Zeit war etwas glücklich; aber mindestens zwei Partien hätte Tobias niemals verlieren dürfen: einmal ein Turmendspiel mit Mehrbauer, einmal mit ungleichen Läufern. Zudem durchzuckte es mich in der folgenden Stellung:

„Moment, da war doch was“!
Als Schachspaltenredakteur ist man zugegebenerweise etwas auf Damenopfer „dressiert“: hier verpasste Tobias 1…Da3+!! 2.K:a3 Lc1+ 3.Ka4 Ta8+ nebst Matt. Magnus müsste sich nach a1 verkrümeln, aber nach 2.Ka1 Dc1+ 3.Sb1  Dc2 oder auch 3…f5! 4.e:f5? e4 nebst …Lf6+ gibt der Computer -4 oder so.

Hier das komplette Youtube-Video:

Tatsächlich eine Glanzpartie gelang dem Böblinger Valentin Kuklin beim Nachbarkampf am vergangenen Bundesliga-Wochenende an Brett 2 gegen IM Spieß (Aue):


Weiß hat die Qualität weniger, und alles hängt. Es folgte:
24.Td7!! Tg8 25.D:f6!! 1:0; mit etlichen kleinen weiteren Pointen, die der Leser selbst herausfinden darf.

Eine bunte Nachlese: Marius Deuers GM-Norm, Oleg Korneevs Interview, Tobias Kölles Match gegen Magnus Carlsen, und eine Glanzpartie beim Böblinger Nachbarkampf2024-12-06T09:42:52+01:00

Schönaich setzt den Saisonstart in den Sand

2024-12-03T13:48:42+01:00

Dass es in der 2. Schachbundesliga am Samstag gleich zum Auftakt mit dem letztjährigen Bundesligisten Zugzwang München ein dickes Brett geben würde, war abzusehen, dass es sich so sehr nach Amateuren gegen Profis anfühlen würde, hatte man aber nicht erwartet.

Es begann schon zum Auftakt des Matches mit den Unterschieden, während alle Münchner trotz Autobahnsperrung pünktlich an den Brettern saßen, war fast das halbe Heimteam noch abwesend.

Die Münchner Spieler in Blickrichtung Kamera müssen zu Spielbeginn auf die Heimmannschaft warten…

10 Sekunden vor Ablauf der 30-Minuten Karenz kam dann der letzte Schönaicher Chris Beyer gerade noch ans Brett, wenn auch natürlich mit der großen Hypothek der kürzeren Bedenkzeit. Am Brett zeigte sich Beyer dann ungleich besser als bei der Organisation, er besorgte das zweite Remis nachdem Jungstar Marius Deuer mit weiß ebenfalls nicht über eine Punkteteilung hinausgekommen war. Schon zu diesem Zeitpunkt beim Spielstand von 1-1 zeichnete sich die klare Niederlage bereits ab, tatsächlich hatte Schönaich an keinem der 8 Bretter zu irgendeinem Zeitpunkt reelle Chancen auf einen Sieg. Teamcaptain Moritz Reck war im Stress um sein unpünktliches Team die Eröffnung gründlich missraten und obwohl er die Partie noch in ein langwieriges Damenendspiel retten konnte, stand die Niederlage zu jeder Zeit außer Frage. Auch Kai Giebler hatte bei seinem Debüt in der 2. Bundesliga schon aus der Eröffnung an einer schwachen Bauernstruktur zu kämpfen und konnte diese Probleme schließlich nicht lösen. Gerhard Junesch hatte zwischenzeitlich zwar 2 Mehrbauern, doch sein Gegner hatte in dieser Zeit ein schönes Mattnetz gestrickt, aus dem es kein Entkommen gab und auch Carles Diaz Camallonga musste sein Damenendspiel verloren geben. Immerhin hielten Florian Schnadt und Spitzenbrett Tobias Kölle ihre Stellungen am Ende trotz Bauer weniger noch zusammen, so dass es zwei weitere halbe Punkte zum Endstand von 2-6 gab.

Lokalmatador Florian Schnadt rettet einen halben Punkt gegen München.

Am Sonntag ging es dann mit Aue eher gegen einen Konkurrenten um den Klassenerhalt, zumal die Auer auch ohne ihre ungarischen Spitzenspieler nach Schönaich gereist waren. Hier rechnete man sich daher schon gute Chancen aus und verstärkte die Formation dafür mit Jan Brunner und Harald Keilhack. Frühzeitig wurden die Partien von Beyer und Keilhack Remis gegeben, auch Deuer, Kölle und Junesch kamen nicht über ein Remis hinaus. Bei Deuer erwies sich ein Mehrbauer im Endspiel als nicht verwertbar und bei Junesch reichten die Feldvorteile letztlich nicht zum großen Durchbruch aus. In dieser Situation schien der sauber herausgespielte Sieg von Diaz Camallonga Gold wert zu sein. Er sorgte mit dem ersten Sieg des Wochenendes für die 3,5-2,5 Führung. Es war zu dem Zeitpunkt zwar schon klar, dass kein zweiter Brettsieg dazukommen sollte, doch ein Remis bei Brunner oder Reck bedeutete ja schon das Mannschaftsunentschieden, bei 2 Remisen war auch ein Sieg noch drin. Zwar hatten beide komplizierte Endspielstellungen zu verteidigen, doch die Chancen waren durchaus vorhanden. Leider gelang es beiden trotz hartem Kampf am Ende nicht noch etwas Zählbares aufs Scoreboard zu bringen. Für Brunner bedeutete das Match sogar die erste Niederlage in der 2. Liga in seiner bereits sechsten Saison für Schönaich, natürlich ein mehr als unglücklicher Zeitpunkt. Da es in den nächsten 4 Runden gegen einige Topteams der Liga gehen wird, braucht es dann in der zweiten Saisonhälfte vermutlich ein Monstercomeback, um den angestrebten Klassenverbleib doch noch sicherzustellen. Für den Moment steht man erstmal am Tabellenende und mit dem Rücken zur Wand.

Schönaich setzt den Saisonstart in den Sand2024-12-03T13:48:42+01:00

Schönaich mit starker Leistung am letzten Spielwochenende in der 2. Bundesliga

2024-03-18T23:56:12+01:00

Am Wochenende war man zu Gast bei Reisepartner Schmiden Cannstatt. Die Spielbedingungen waren absolut vorzüglich. Ein großzügiger Spielbereich mit Abgrenzungen für die Bretter und ein herzliches Catering der Spielerfrauen. Auch das Zuschauerinteresse war überdurchschnittlich und sogar der Bürgermeister schaute für ein Grußwort am Spielort vorbei.  Ein weiterer Grund, warum man der sympathischen Truppe den Wiederaufstieg wünschen würde, neben der örtlichen Nähe und der idealen Verkehrsanbindung. Doch die Trauben hängen in der neuen Ba-Wü-Liga ab nächster Saison sicher recht hoch.

Diese Liga zu vermeiden, war das ausgelobte Saisonziel des TSV. Der direkte Verbleib auf Platz 5 war vor dem letzten Wochenende nicht mehr realistisch, daher drehten sich alle Rechnungen um das Halten von Relegationsplatz 6. Dies konnte in manchen Szenarien sogar mit einigen Brettpunkten gelingen, doch es gab auch andere Konstellationen, bei denen man noch 2 Punkte holen musste. Unter anderem deshalb, da gerettete Teams (oder solche, die sich für gerettet hielten) mit deutlich schwächeren Mannschaften als in den Vorrunden antraten. Insbesondere die Aufstellung der eigentlich finanziell auf Rosen gebetteten Viernheimer (sage und schreibe nur eines der ersten 8 Bretter wurde aufgestellt) grenzte schon an Wettbewerbsverzerrung. Um ein Haar wäre ihnen das am Ende sogar noch auf die Füße gefallen, zumindest ihr Karma Konto wäre damit dann wieder ausgeglichen gewesen. Sympathien haben sie an diesem Wochenende auf jeden Fall keine gesammelt.

Am Samstag ging es gegen Hofheim und damit auch ein Stück weit gegen die eigene Vergangenheit. Vor der Saison war der ehemalige Mannschaftsführer Marcus Kübler mit 5 Spielern im Gepäck vom TSV nach Hofheim gewechselt, da in Schönaich die Chancen auf den Wiederaufstieg in die erste Bundesliga sehr gering waren. Für Hofheim saßen nicht weniger als 6 Großmeister und 2 internationale Meister an den 8 Brettern. Entsprechend war man in diesem Match klarer Außenseiter und visierte als Ziel eher 2 Brettpunkte an, um die gute Ausgangslage im Bereich der Zweitwertung zu sichern. Es ging auch nicht gut los, Timur Kocharin verlor eine Qualität und auch Oleg Korneev fühlte sich in seiner Stellung unwohl, da Hofheim mit seiner Aufstellung überraschte und daher die Vorbereitung vieler Schönaicher ins Leere lief. Topscorer Korneev willigte daher ins Remis ein, dass Kocharin auch ein Remis rettete, war schon ein großer Erfolg. Dann schlug die Stunde von Marius Deuer, der Jugendspieler bestrafte das optimistische Spiel seines Gegners mit einem wunderschönen Gegenangriff mit Matt im 31. Zug. Zwar musste Tobias Kölle gegen den langjährigen Schönaicher Spitzenspieler Marin Bosiocic aufgeben, doch Sebastian Iermito brachte den TSV umgehend wieder mit 3-2 in Führung. In der Zeitnotphase entglitt Kapitän Moritz Reck leider seine lange Zeit ausgeglichene Stellung, so dass es mit 3-3 in die heiße Phase ging. Chris Beyer verwaltete schon länger eine Gewinnstellung mit 2 verbundenen Freibauern, während Harald Keilhack sich in passiver Lage gegen einen vorgerückten gegnerischen Freibauern wehren musste, wobei das Endspiel hier theoretisch Remis war. Somit lag sogar eine große Sensation in der Luft. Ein Rechenfehler bei seinem Bauerndurchbruch überführte das Endspiel von Beyer in ein Turmendspiel mit f und h Bauer, so dass der Gegner hier wieder die Chance hatte, bei genauer Verteidigung ein Remis zu halten. Nach über 6,5 Stunden Spielzeit hatten schließlich beide Verteidiger allen Gewinnversuchen standgehalten, so dass kein Team den entscheidenden Siegpunkt setzen konnte. Das 4-4 Unentschieden war zwar auch ein großer Achtungserfolg für Schönaich, doch der anschließende Blick auf die Ergebnisse brachte Ernüchterung. Da Viernheim die letzten Runden abschenkte, war keine Unterstützung zu erwarten und Eppingen konnte im Schongang die 2 Punkte für den Klassenerhalt erreichen. Tatsächlich wäre bei einem Schönaicher Sieg gegen Hofheim allerdings Viernheim das Opfer seiner eigenen Aufstellung geworden, doch so fehlte am Ende genau ein Punkt auf Viernheim II auf Platz 5.

Nach dem erfolgreichen Samstag fehlte am Sonntag noch ein Punkt, um Platz 6 abzusichern, doch mit der gezeigten Leistung war die Zuversicht groß, dass dieser gegen nun abgestiegene Mainzer gelingen sollte. Und die Spieler des TSV legten von Beginn an los wie die Feuerwehr. Iermito kam zwar über ein Remis nicht hinaus, doch Korneev, Deuer mit einer erneuten taktischen Meisterleistung, Jan Brunner der für Keilhack eingewechselt wurde, sowie Kölle am Spitzenbrett sorgten bereits vor der Zeitkontrolle für eine uneinholbare 4,5-0,5 Führung. Da machte es nichts aus, dass Reck in Zeitnot erneut unsicher agierte und seine Gewinnstellung ins Remis verdarb. Kocharin musste die einzige Niederlage quittieren und in einem vom Gegner völlig unnötig in die Länge gezogenen Match über 130 Züge besorgte Beyer mit einem Remis den 5,5-2,5 Endstand. Nun muss der TSV nach dem gehaltenen Platz 6 Anfang Mai in der Relegation ran, um dort mit 2 Siegen gegen die Drittligameister den letzten Platz für die neue zweigleisige 2. Bundesliga zu ergattern. Die Gegner dafür stehen erst Mitte April fest, einfache Lose wird es aber kaum geben.

Schönaich mit starker Leistung am letzten Spielwochenende in der 2. Bundesliga2024-03-18T23:56:12+01:00

Verpasste Chancen des Bundesliga Wochenendes

2024-02-29T16:32:43+01:00

In Bild 1 war Teamcaptain Moritz froh, gegen den 400 Elopunkte schwereren Großmeister ein Dauerschach erkämpft zu haben. Tatsächlich ist die Partie nach Lb4 mehr oder weniger gewonnen für weiß, auf Txb2 gewinnt weiß einen Turm mit dem schönen Lc3 und nach Td3 gewinnt weiß die Qualität nach der forcierten Zugfolge Sg2, Sh4, Te2.

Bild 2 ist das Bauernendspiel Beyer – Mann am Sonntag. Statt des „normalen“ Kf2 entschied sich Chris für f5, was den Sieg vergibt und später verspielte er mit f6 statt e6 leider sogar noch den ganzen Punkt. Der einzige Gewinnzug auf Kf2 – d4 ist zugegebenermaßen sehr schwer zu finden, nur Kg3 hätte in dieser Variante zum Sieg geführt.

Hätte man diese beiden Stellungen eingetütet, würde man weiter auf Platz 5 stehen und hätte es in der eigenen Hand, die Relegation zu vermeiden. So ist sie jetzt das zu erreichende Ziel am letzten Spieltag. Wie so oft sind es am Ende im Schach die Kleinigkeiten, die eine große Auswirkung haben.

Verpasste Chancen des Bundesliga Wochenendes2024-02-29T16:32:43+01:00

TSV Schönaich blickt der Abstiegsrelegation entgegen

2024-02-27T23:06:36+01:00

Zur Heim-Doppelrunde empfing der TSV die Reserve des Rekordmeisters Baden-Baden und Eppingen, wobei besonders das Duell gegen die Eppinger ein vorgezogenes Endspiel um den letzten sicheren Nichtabstiegsplatz darstellen sollte. Gegen Baden-Baden konnte man am Samstag zunächst frei aufspielen, Punkte rechnete man sich nicht wirklich aus.  Nach schnellen Remisen von Sebastian Iermito und Marius Deuer lag man auch bald zurück, als Christoph Menezes seine Stellung gegen einen starken Springer des Gegners nicht halten konnte. Auch Tobias Kölle und Teamcaptain Moritz Reck kamen gegen ihre französischen Großmeister nicht so gut in die Partie, doch als diese dann etwas zu optimistisch angriffen, schlugen die beiden Schönaicher gnadenlos zu. Kölle eroberte einen Mehrbauern und verwertete diesen sauber zum Ausgleich und Reck startete einen aussichtsreichen Königsangriff, der mit einem Dauerschach unentschieden endete, wobei auch hier sogar noch mehr drin war. Doch es sah zu diesem Zeitpunkt auf einmal trotzdem sehr gut aus, da der einzige Großmeister im Schönaicher Lager Oleg Korneev die 3-5,2-5 Führung besorgte. Dies war umso beeindruckender, da er nach zwei Stunden Verspätung bei der Bahn mit weniger Bedenkzeit starten musste und lange unklar war, ob er es überhaupt noch zum Spiel schaffen würde. Bei zwei noch laufenden Partien lag eine Überraschung nun mehr als in der Luft, Timur Kocharin und Harald Keilhack hatten zwar schwierige, aber haltbare Stellungen, insbesondere das Turmendspiel von Keilhack mit Bauer weniger war eine theoretische Remisstellung. Leider schaffte es am Ende keiner der Beiden, noch etwas Zählbares aufs Scoreboard zu bringen, so dass am Ende eine doch sehr unnötige 3,5-4,5 Niederlage stand.

Das wichtigere Spiel stand aber am Sonntag auf dem Programm und nach der Leistung am Vortag konnte man in dieses zumindest mit einem guten Gefühl gehen. Eppingen wechselte im Vergleich zum Vortag vorne Jonas Hacker ein, diesen Wechsel hatte man beim TSV aber genau vorhergesehen und so war Sebastian Iermito perfekt vorbereitet und konnte gleich zu Beginn die Kontrolle über Stellung und Zeit übernehmen. Bei Schönaich gab es nur hinten zwei Wechsel, Jan Brunner erzielte frühzeitig ein sicheres Remis mit schwarz, genau wie Korneev. Auch wenn Menezes leider seine zweite Niederlage des Wochenendes quittieren musste, war der Ausgang des Matches noch völlig offen, da Christian Beyer ein gewonnenes Bauerendspiel auf dem Brett hatte. Doch obwohl er die Zeitkontrolle schon geschafft hatte, spielte er zu zügig weiter und überriss damit seine Stellung. Seine Niederlage war der Genickbruch für alle Schönaicher Hoffnungen, denn Kocharin und Kölle kamen nicht über ein Remis hinaus und schließlich musste auch Deuer seine Partie aufgeben. So bedeutete der abschließende Sieg von Iermito nur noch Ergebniskosmetik zum 3-5. Damit musste man Eppingen in der Tabelle vorbeiziehen lassen und nun liegt der TSV zwei Spieltage vor Schluss auf Rang 6, der am Ende die Teilnahme an den Abstiegsrelegationsspielen im Mai bedeuten würde. Die Saison des TSV steht also kurz vor einer Verlängerung.

TSV Schönaich blickt der Abstiegsrelegation entgegen2024-02-27T23:06:36+01:00

Keine Fortune beim Heimspielwochenende: Niederlagen gegen Baden-Baden II und Eppingen

2024-02-26T15:23:19+01:00

Weniger Zuschauer als erhofft gab es beim mit Spannung erwarteten Heimspielwochenende des TSV Schönaich in der 2. Bundesliga. Nunja, man verfolgte lieber im Internet Nakamura & Co. bei der Bundesliga-Zentralveranstaltung in Viernheim, musste am Sonntag morgen selbst in diversen Ligen an die Bretter, usf.

Gegen Baden-Baden II rechnete man sich nur Außenseiterchancen aus. Es fehlte bei den Gästen zwar wie erwartet Bellahcene, dafür boten diese überraschend GM Demuth an Brett 6 auf. An Brett 3, mit dem für Schönaich günstigsten Eloverhältnis, gab es ein blitzschnelles Remis, wohl in einer Theorievariante. Nicht viel los war auch an 2 mit Deuer – Remis. An den verbliebenen Brettern wurde hart gekämpft. An 1, 5 und 6 gab es absolut wilde Gefechte, die ich (H.K.) ohne Kenntnis der Notationen gar nicht beurteilen möchte. Korneev an 4 spielte ruhig und routiniert und knetete vor sich hin. Keilhack an 7 stand von Anfang an unter Druck, behauptete sich aber. Der Kapitän und Vorsitzende Reck gab seinem großmeisterlichen Gegner das Läuferpaar, hatte selbst einen Freibauern, es schien zunächst wenig los.

Zu Beginn der Zeitnotphase geriet Menezes doch in einen entscheidenden Angriff, 1:2. Korneevs Gegner hielt dem Druck nicht stand, zeitlich gab Reck Dauerschach; laut eigener Aussage war sogar ein Sieg drin: 2½:2½ zur Zeitkontrolle.

Bei Kocharin wollte sich der Pulverdampf weiterhin nicht verziehen, Keilhack verteidigte weiter ein remisliches, aber unangenehmes Turmendspiel. Kölles Gegner hatte für meine bescheidenen Begriffe doch etwas zu wild und „modern“ (frühes g2-g4, etc.) angegriffen – der Angriff war längst vorbei, dafür hatte Kölle am Damenflügel die Bauern a-b-c gegen „nüscht“. Das 3½:2½ folgte bald – ein toller Sieg für Tobias gegen einen Gegner mit fast 2600!

Leider war es dann auch schon. Ein unklares Mittelspiel (Kocharin mit einem couragierten Auftritt gegen den Großmeister!) und Remis-Turmendspiel mit Minusbauer bei Keilhack (entscheidender Fehler im 59. Zug) gingen beide verloren: 3½:4½. Im Parallelkampf mischte Schmiden gegen Eppingen munter mit, verlor aber doch 2½:5½.

Am Sonntag morgen stand nun der Schicksalskampf um Platz fünf gegen Eppingen auf dem Programm – an 7 und 8 wurde die Schönaicher Aufstellung geändert, Eppingen brachte wie fast erwartet Jonas Hacker, nicht aber das Spitzenbrett Acs. Korneev und Brunner machten schnell remis mit Schwarz, sonderlicher Optimismus war indes nie angezeigt. Kocharin stand in einem Sizilianer eher passiv, die Youngster an 1 und 2 wurden in freilich recht remislichen Endspielen gut geknetet. Beyer schien ein „remis plus“ zu haben. Einzig Iermito machte Druck, während Menezes von dem kreativen aserbaidschanischen GM Guliev trotz der weißen Steine am Königsflügel wie von einer Dampfwalze überrollt wurde: 1:2. Kocharin erlangte geschickt Gegenspiel, die Stellung war im labilen Gleichgewicht, kurz vor der Zeitkontrolle wurde Frieden geschlossen: 1½:2½.

Kölle bekam seine (kleineren) Probleme in den Griff, bei Deuer hingegen erhöhte sich das Spieltempo. Iermito stand klar besser, die Sache erwies sich aber doch noch als kompliziert. Leider verpasste Beyer im Bauernendspiel im 41. Zug einen studienhaften Gewinn, ließ sich stattdessen zu einer überstürzten Aktion hinreißen und verlor gar noch. Damit – und mit einem Remis von Kölle – war die Entscheidung beim 2:4 gefallen. Deuer verlor schließlich, Iermito brachte es mit dem einzigen Sieg des Tages noch zum 3:5 heim.

Die anderen Ergebnisse der Tabelle dürfen schlichtweg als günstig bis glücklich bezeichnet werden. Denn mit nur 6 Punkten ist Platz sechs schon hochgradig wahrscheinlich. Heilbronn darf nicht auf 4:4-Geschenke der Mergentheimer hoffen, denen Hofheim (ein Spiel weniger und am Ende vermutlich bessere Brettpunkte) im Nacken sitzt. Walldorf könnte noch punkten, aber ein 4:4 gegen Mainz sollte fast schon reichen – und mit etwas Glück sogar zwei Niederlagen.

Die „Dritte“ hatte ihr Spiel verlegt und konnte mit einem Sieg bei Schlusslicht Ditzingen die allermeisten Abstiegssorgen vertreiben. Gesandwitcht zwischen Team 1 und 3 könnte Schönaich nur vier Spieler für den Kampf bei SC Böblingen II aufbieten, das 2½:5½ war unter diesen Umständen sogar ein (sehr) gutes Ergebnis. So bleiben gewisse Abstiegsnöte.

Keine Fortune beim Heimspielwochenende: Niederlagen gegen Baden-Baden II und Eppingen2024-02-26T15:23:19+01:00

TSV Schönaich gewinnt erstes Endspiel um den Klassenerhalt in Liga 2

2024-02-04T21:35:32+01:00

Bei den Schachfreunden Bad Mergentheim stand am Wochenende die fünfte und sechste Runde der 2. Bundesliga für den TSV Schönaich auf dem Programm. Am Samstag ging es gegen den Gastgeber und aktuellen Tabellenführer um mögliche Bonuspunkte, am Sonntag war das direkte Duell mit Tabellennachbar Heilbronn. Die Außenseiterrolle am Samstag zeigte sich besonders bei Timur Kocharin, der gar nicht in die Partie fand und schnell eine Niederlage zum 0-1 quittieren musste. Im Anschluss spielte Oleg Korneev Remis und als Teamcaptain Moritz Reck seine 2 Mehrbauern zum Ausgleich verwandeln konnte, lag plötzlich eine große Überraschung in der Luft. Tobias Kölle, Carles Diaz und Chris Beyer hatten alle Vorteile auf ihren Brettern, die letzten beiden sogar einen Mehrbauern. Und bei Christoph Menezes und Marius Deuer war man guter Hoffnung, dass beide ihre Stellungen zusammenhalten konnten. Man hoffte also zumindest auf ein Unentschieden oder sogar mehr. Die Defensivarbeit von Deuer und Menezes klappte dann auch mit den 2 Remis, doch die Vorteile zu verwerten gelang leider keinem der anderen drei. Und da sich Kölle und Beyer sogar noch einen Konter einfingen und ihre Bretter verloren ging, stand am Ende doch eine sehr ärgerliche 3-5 Niederlage.

Mit entsprechender Wut im Bauch ging man am Sonntag das Abstiegsendspiel an und wieder war Kocharin als einer der ersten fertig. Dieses Mal besorgte er allerdings die wichtige Führung. Nach und nach konnten die Schönaicher die einzelnen Bretter Remis halten, so dass der wichtige Sieg näher rückte. An Brett 8 war Harald Keilhack eingewechselt worden, um den gefährlichsten Heilbronner Philipp Huber an Brett 8 in Schach zu halten. Doch leider misslang dieses Unterfangen, so dass Heilbronn zum 3,5-3,5 Ausgleich kam. Nun hing alles an der Partie von Großmeister Oleg Korneev. Schließlich gelang ihm im Endspiel nach 6 Stunden Spielzeit der wichtige Sieg und es brandete großer Jubel im TSV Lager auf. Durch den Sieg schiebt man sich in der Tabelle an Heilbronn vorbei und hat nun gute Chancen, zumindest Platz 6 zu erreichen, der am Ende für die Relegationsspiele reichen würde. In 3 Wochen steht am 25.02. zu Hause das nächste Endspiel gegen Eppingen an, Mit einem weiteren Sieg dort könnte man Platz 5 erobern und damit den Klassenerhalt schon fast endgültig klar machen.

TSV Schönaich gewinnt erstes Endspiel um den Klassenerhalt in Liga 22024-02-04T21:35:32+01:00

Überraschend deutlicher Erfolg gegen Schmiden, Zweite verliert knapp

2023-12-06T11:39:45+01:00

Mit gemischten Gefühlen ging es ins Zweitliga-Derby gegen den designierten Tabellenletzten Schmiden. Kölle jagt bei einem Turnier in Spanien die GM-Norm, die Reisekasse sollte für den Einzelkampf etwas geschont werden, und zudem sagte Deuer kurzfristig wegen Krankheit ab. Statt des fest eingeplanten Sieges stand womöglich ein Zitterspiel bevor. Es wurde einer der besten Kämpfe von Schönaich!

Zwar lief bei Schmiden überraschend der in Australien vermutete Spitzenspieler T. Schmidt auf, dafür fehlten mit Eisele und Thoma zwei Stammspieler, und statt der zwei besten Ersatzleute (Witke und Scheeff) wurden an 7 und 8 zwei gestandene Bezirksligaspieler aufgeboten. So ging man mit einem 0:1-Rückstand, vier klaren Favoritenbrettern (2, 3, 7, 8) und sehr offenen Mittelfeldpaarungen ins Rennen.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: ein schnelles sicheres Schwarzremis von Beyer – und dann nur noch Siege! Zunächst besorgte der Vorsitzende Reck den Ausgleich; Brunner, Korneev (konnte sich mit seinem Gegner auf Russisch unterhalten) und Camallonga (3 aus 3!) stellten noch vor der Zeitkontrolle zum 4½:1½ den Sieg sicher. Danach verwerteten noch Kocharin und Keilhack (erster Sieg überhaupt für ihn in der 2. Liga!) ihre Endspiele. Niemand stand irgendwann kritisch, einzig bei Kocharins Königsinder wusste man zwischenzeitlich nicht so genau. Am Ende sechs souveräne Siege – hier und da hätten die Schmidener sich sicher hartnäckiger wehren können, doch allesamt hochverdient: 6½:1½ zu siebt!

Die Tabelle zeigt bereits ein klares Bild: Viernheim, Mergentheim, Baden-Baden II und Hofheim sind auf Kurs für die neue zweigeteilte 2. Liga, Walldorf und Mainz haben wohl schon zu viele Schlüsselspiele verloren, Schmiden spielt ohnehin keine Rolle. Bleibt der Zweikampf um Platz fünf (reicht!) und sechs (Relegation!) zwischen Eppingen und Schönaich, mit Außenseiterchancen für die kampfstarken Heilbronner.

Weniger glücklich war die Schönaicher Zweite. Beyer, Keilhack und Reck waren ja in der Ersten unterwegs, der Rest gegen die verlustpunktfreien Stuttgarter knapper Außenseiter. Es wurde hart gekämpft: Als in der Ersten nur noch Keilhacks Endspiel in den letzten Zügen lag, liefen trotz kürzerer Bedenkzeit hier noch vier Partien! Am Ende lief es beim Stand von 3½:3½ auf die Partie Leitherer – Petzold hinaus. Der Stuttgarter hatte Turm und Bauer gegen Läufer und Bauer – der Gewinn war problematisch; einmal zog der Stuttgarter mit drei und einmal mit zwei Sekunden auf der Uhr. Am Ende viel beim Schönaicher die Klappe, da war es allerdings bereits hoffnungslos. Mit 3:5 Punkten geht es jetzt eher nur noch darum, am Ende die Rote Laterne zu vermeiden, was freilich gelingen sollte.

Überraschend deutlicher Erfolg gegen Schmiden, Zweite verliert knapp2023-12-06T11:39:45+01:00
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