Zur vorletzten Doppelrunde reiste der TSV Schönaich in den Kraichgau nach Eppingen. Vor der Partie gegen die Gastgeber ging es zunächst gegen den SV Walldorf, im Duell Achter gegen Zehnter steckte Abstiegskampf pur.

Gleich vom Start weg lief alles wie am Schnürchen. Der Plan lautete die hinteren Bretter zu halten und an den drei Spitzenbrettern zuzuschlagen. Daher blickte man nach 3 Stunden Spielzeit sehr zufrieden auf den Zwischenstand 1,5-1,5 zu dem Tobias, Noah und der elfjährige Yunqi ganz sichere Remis beigetragen hatten. Und noch deutlich besser schien der Blick auf die laufenden Bretter. Alle 3 Spitzenbretter lagen auf Kurs, Edvin hatte in einem Schwerfigurenendspiel die bessere Bauernstruktur, Carles hatte einen Mehrbauern und Bryans Gegner war komplett in der Defensive eingeschnürt. Als Sahnehäubchen hatten auch Chris und Kapitän Moritz hinten nicht nur erfolgreich gegengehalten, sondern lagen sogar auch klar auf Siegkurs. Chris hatte ebenfalls einen Bauern gewonnen und Moritz hatte mit einem korrekten Figurenopfer den gegnerischen König freigelegt und stand klar auf Gewinn. Es schien zu diesem Zeitpunkt nur um die Höhe des Sieges zu gehen.

In dieser komfortablen Situation schien es sogar verschmerzbar, dass Bryan in Zeitnot den Überblick verlor und tatsächlich den ganzen Punkt abgeben musste. Auch dass Moritz auf Nummer sicher ging, sich das geopferte Material zu früh zurückholte und schließlich Dauerschach geben musste, war noch kein Grund zur Sorge. Doch als auch noch Edvin in Zeitnot einen Bauern verlor und in ein schlechtes Damenendspiel gehen musste, war der Kampf auf einmal wieder offen. Carles verwertete seinen Mehrbauern gewohnt cool zum 3-3 Ausgleich und in der 6. Spielstunde war die Frage, wer sein vorteilhaftes Brett verwerten konnte, Walldorf an 1 oder Schönaich an 7? Die Spannung war greifbar, das Pendel konnte noch in beide Richtungen ausschlagen. Zum Tag passend tat es das dann zuungunsten des TSV. Chris stellte den Mehrbauern ein und Edvin musste sich schließlich nach 100 Zügen zur völlig unnötigen 3,5-4,5 Niederlage geschlagen geben. Nachdem es lange Zeit eher wie ein 6-2 Sieg ausgesehen hatte, war das natürlich ein herber Tiefschlag.

Entsprechend geknickt war gegen Eppingen nicht mit Punkten zu rechnen, zumal Tobias kurzfristig ausfiel. Glücklicherweise sprang Nils spontan ein, so dass man wenigstens komplett antreten konnte. Das Match hatte im Gegensatz zum Vortag keine überraschenden Wendungen parat, alle Partien endeten mit dem verdienten Ergebnis. Bryan konnte seine Partie gewinnen und Edvin, Carles und Noah trugen ein Remis zur 2,5-5,5 Niederlage bei, an den hinteren Brettern setzte es gar ein 0-4.

Nun läuft alles auf ein echtes Abstiegsfinale am letzten Wochenende in Regensburg hinaus, wenn die Gastgeber am 01.03. zum letzten Spieltag den TSV empfangen.

Bryan mit weiß und sein Gegner kann sich gar nicht bewegen. Entsprechend gewinnen in der Stellung fast alle Züge. Nach der Partie ärgerte sich Bryan unheimlich, dass er nicht das ruhige b3 gespielt, sondern mit c5 die Stellung verschärfte. Doch die Engine bestätigt c5 als eine der besten Fortsetzungen. Es geschah c5 cxd5; cxd6 Sg6; Sxg6 Dxg6; d7 Lf7 mit klarem Vorteil für weiß. Doch später ging der d7 unnötig verloren und die Stellung kippte noch.

Nach dem Springeropfer auf h7 steht der schwarze König völlig im Hemd. Der einzige Zug ohne Matt ist hier noch f5. Moritz rechnete zu kurz und verwarf den besten Kandidaten Lxf5 Txf5; Txf5 Sxe5; weil er den klaren Gewinner Lg5! nicht voraussah. Stattdessen spielte er den zweitbesten e6 und schwarz bot mit De8 die Rückgabe des Materials an. Dh5 wäre hier immer noch klar besser, doch der Damentausch mit exd7 (interessanterweise ist hier sogar Txf5 noch minimal stärker als die Figur zurückzunehmen) führt auf Grund des starken schwarzfeldrigen Läufers nur zu einem Remis.