Aufstiegsträume Adieu
Moritz Reck2025-03-13T22:24:52+01:00Am sechsten Spieltag wurde zu Hause gegen einen direkten Konkurrenten um die ersten Plätze, den SC Magstadt 1, gespielt. Mit Marcus Kübler mussten wir dabei auf unseren besten Spieler an Brett 1 verzichten, aber zum Glück ist ein anderer starker und altbekannter Spieler namens Markus (mit k) wieder ans Brett zurückgekehrt und hat sein Debüt in dieser Saison für uns gegeben. Somit waren wir nicht nur vollzählig, sondern an fast allen Brettern DWZ-technisch überlegen, da auch Magstadt nicht in Bestbesetzung vor Ort in Schönaich erschienen ist. An dieser Stelle auch ein Dank an Manfred, der sich als Ersatzspieler von Anfang an weniger Einsätze vorgestellt hatte und trotzdem wieder bereit war zu spielen.
Er konnte dann auch als erster einen halben Punkt beisteuern, nachdem er erneut in einer wilden Partie gegen Julian Hackenberg ein Remis erspielte.
Leider musste unser Jungtalent Enya sich mit den schwarzen Steigen gegen Simon Zipperer geschlagen geben. Es kam mit Zugumstellung das Noa-Gambit aufs Brett welches nach den Zügen 1. e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 Sf6 4.Lc4 Sxe4 entsteht. Nun tappte der Gegner in die vermutlich oft gespielte Eröffnungsfalle und schlug mit 5. Lxf7+ zu und war sich wohl sicher er würde nun besser stehen, da der schwarze König nicht mehr rochieren kann und es nach Angriffsmöglichkeiten für Weiß riecht. In dieser Variante steht Schwarz, obwohl das schwer zu erkennen ist, aber deutlich besser. Allerdings muss man dafür sofort die richtigen Züge finden. Nach dem obligatorischen 5….KxLf7 und 6. SxSe4 muss Schwarz, obwohl sein König optisch gefährlich offen steht sofort mit 6…..d5 angreifen, sonst vergibt er seinen deutlichen Vorteil und die sehr guten Chancen. Da dies schwer zu sehen ist, muss das praktisch auswendig verinnerlicht sein. Eine abweichende Zugfolge mit zuerst 6….Le7 wie sie Enya wählte und wie sie intuitiv richtig erscheint, da man die weißen Springer an Schachgeboten hindert, vergibt leider sofort den schwarzen Vorteil und es ist dann aus praktischer Sicht sehr viel leichter danach mit Weiß weiter zu spielen.
Diesen Rückstand konnte der Mannschaftskapitän an Brette 5 gegen das große Magstadter Talent Kingston Le bald ausgleichen, obwohl er in der Eröffnung mit den schwarzen Steinen in der skandinavischen Verteidigung eine Ungenauigkeit beging. Somit schien um die Mittagszeit noch alles offen zu sein.
Als nächstes konnte unser Saisondebütant Markus an Brett 4 mit den weißen Steinen gegen den erfahrenen Jürgen Lunardi in einer französischen Abtauschvariante ein Remis erreichen. Nach so langer Schach-Pause eine starke Leistung! Wir hoffen, dass ihm das wieder Lust auf mehr gemacht hat und würden uns über weitere Einsätze freuen.
Michael konnte mit den weißen Steinen gegen den stark spielenden Andreas Finkbeiner, der die sizilianische Verteidigung wählte, trotz deutlicher DZW-Überlegenheit leider nur ein Remis erreichen.
Somit hatte Eduard an Brett eins als letzter Spielender die Last auf seinen Schultern den Spieltag zu entscheiden. Es musste dabei gegen den nominell stärksten Spieler des Spieltages auch noch mit den schwarzen Steinen antreten. Zudem war er mit einer seltsamen Zugfolge in der Eröffnung konfrontiert. Obwohl die Partie lange Zeit ausgeglichen war, musste er sich am Ende dem starken Magstadter Spieler Alexander Giemsa geschlagen geben.
Endstand 3,5 zu 2,5.
Damit zieht Magstadt an Schönaich vorbei und wir stehen immerhin (noch) auf Tabellenplatz 3. Da wir diese Saison auch noch einmal spielfrei haben muss man nun jedweden Aufstiegsträumen „Adieu“ sagen….