Diese Saison stand direkt zum Auftakt das Spielwochenende in Schönaich auf dem Programm und die Johann Brücker Realschule bot wie immer perfekte Spielbedingungen. Es war also alles angerichtet für Spitzenschach, doch alle 3 Gastteams hatten große Probleme mit ihren Aufstellungen wegen paralleler Termine, u.a. das Finalwochenende der Schweizer Liga. Da die TSV Equipe fast in Bestbesetzung war, ging man tatsächlich als zumindest leichter Favorit in beide Duelle, das gab es zuletzt in der Aufstiegssaison 21/22 vor 5 Jahren.

So ließ sich das Duell gegen Eppingen, in dem die Favoritenrolle sogar etwas klarer war, auch gleich gut an. Daniel Garcia Ramos besorgte mit einem schönen Figurenopfer die frühe Führung in einem unwiderstehlichen Königsangriff. Jan Brunner verpasste eine Chance und kam nicht über ein Remis hinaus, doch bei Neuzugang Richard Bethke, Tobias Bärwinkel und Captain Moritz Reck zeichneten sich bereits die nächsten Vorteile ab. Leider erwies sich der Mehrbauer von Richard als sehr zweischneidig und alsbald brach die Stellung in Zeitnot dann auch auseinander. Dafür brach Moritz mit seinen Bauern durch und besorgte die erneute Führung. Als dann aber auch Tobias es verpasste, sich für sein schönes Qualitätsopfer zu belohnen und die Partie im Remis verflachte, zeichnete sich bereits ab, dass man trotz Führung und Favoritenrolle selbst um einen Punkt noch zittern musste. Und so kam es dann auch, Harald Keilhack ließ sich trotz absehbarer zwei Niederlagen an den Spitzenbrettern nicht zum Weiterspielen bewegen und besiegelte mit seinem Remis quasi frühzeitig die total ärgerliche 3,5-4,5 Niederlage, weil an den beiden laufenden Brettern ein Wunder ausblieb.

Mit diesem Tiefschlag im Magen galt es die Köpfe wieder aufzurichten, denn auch gegen Baden-Baden 2 waren Punkte ja in Reichweite. Hier hatte man bereits vor der Runde gewusst, dass 7 Spieler anderweitig verplant waren und somit die Chancen gut wie selten sein würden, dennoch war man auf Grund der enormen Qualität der Badener nur leicht favorisiert. Es begann wie am Tag zuvor mit einer schnellen Führung, Jan Brunner benötigte diesmal nur 15 Züge für eine glatte Gewinnstellung. Es folgte eine Serie von Remisen, u.a. vom eingewechselten zwölfjährigen Toptalent Yunqi Li. Beim Stande von 3,5-2,5 drohte dann Richard zum Pechvogel des Wochenendes zu werden, da er auch seine zweite Partie verlor und die Gegner zum Ausgleich kommen ließ. Doch damit war nur der Boden für den Helden des Wochenendes bereitet worden. Am Tag zuvor mit Glanzpartie als erster fertig knetete Daniel nun sein Endspiel, konnte zunächst einen Bauern gewinnen und schließlich am Ende noch eine komplizierte Stellung mit Dame gegen Springer und vorgerückten Bauer bei ständig laufendem Inkrement souverän zum Sieg führen und damit für Schönaich doch noch die Kohlen aus dem Feuer holen.

Mit komplett ausgeglichener Bilanz steht man nach dem Auftakt auf Platz 7. Zum glücklich sein fehlte definitiv mindestens ein Punkt mehr, aber die gezeigte Moral ist ein großer Pluspunkt, der im engen Abstiegskampf am Ende vielleicht einmal mehr zum großen Trumpf werden kann.

Die Stellung nach 13 Zügen ist noch ziemlich ausgeglichen, doch Tfd1 ist hier tatsächlich schon ein Fehler von GM Guliyev. Daniel hat sofort das Gefühl, dass hier ein Opfer auf h3 in der Luft liegt und tatsächlich kann weiß nach Dd7 nichts gegen den Einschlag machen. Guliyev nahm das Opfer an und alsbald wurde sein offener König dann auch schon erlegt.

Jahrelang war Jan Brunner eine absolut unbezwingbare Stütze der ersten Mannschaft, bevor er in den letzten beiden Saisons etwas aus dem Tritt kam. Doch mit 1,5/2 zeigte er sich wieder gut aufgelegt und mit dem schönen Dg6 konnte er auch am Sonntag die frühe Führung besorgen.

Nachdem schon ungefähr 15 Züge lang mit Läufer und Springer rumlaviert wurde (und eine dreimalige Stellungswiederholung langsam droht), entscheidet sich Daniel hier alle Brücken abzureißen und voll auf den Durchbruch des Mehrbauern am Damenflügel zu setzen. Kd3 gibt die beiden Königsbauern auf, doch schwarz kann am Ende nicht verhindern, dass der a Bauer zur Dame wird und die Partie entscheidet. Mit 2/2 braucht man im Schönaicher Lager nicht lange nach dem Mann des Wochenendes suchen 🙂